"Gewalt gegen Frauen"

Im Auftrag des Rates der EKD, 1999 (Teil I)

IV. Bestandsaufnahme in der Ökumene

1. Zu Beginn der Frauendekade der Vereinten Nationen im Jahre 1975 war das Problem der "Gewalt gegen Frauen" noch kein ausdrückliches Thema. Es ging um "Gleichheit, Entwicklung und Frieden". Erst im Laufe der Jahre wurde bewußt, daß Gewalt in ihren verschiedenen Formen ein Grund ist, warum diese Ziele nicht erreicht werden.

Auch das Programm der Ökumenischen Dekade "Solidarität der Kirchen mit den Frauen", die 1988 vom Ökumenischen Rat der Kirchen ausgerufen wurde, benennt das Problem der Gewalt nur indirekt in der Verpflichtung der Mitgliedskirchen, "sich selbst von Rassismus, Sexismus und Klassenstrukturen sowie von Lehren und Praktiken, die Frauen diskriminieren, zu befreien."

Im Februar 1992, zur Halbzeit der Dekade, trafen sich auf Einladung von Aruna Gnanadason, Referentin des ÖRK für "Frauen in Kirche und Gesellschaft", Vertreterinnen von regionalen Frauenreferaten und Frauenbüros der Kirchen in Genf zu einer Bestandsaufnahme. Die Konferenz machte deutlich, wie stark soziale und kulturelle Diskriminierung und der zunehmende wirtschaftliche Druck auf die Länder der Zweidrittelwelt wie innerhalb des Sozialgefälles der jeweiligen Länder sich auf das Ausmaß der indirekten und direkten Gewalt gegen Frauen auswirkt. Rassismus und Fremdenfeindlichkeit treffen Frauen als Frauen und als Fremde in doppelter Weise107.

Als Antwort auf diese Problematik lud der ÖRK zu einer Serie regionaler Konsultationen zu "Gewalt gegen Frauen" ein. Überall, wo die Frauen zusammenkamen, berichteten sie von der überwältigenden Last von Erfahrungen mit Gewalt. Ein Prozeß, der außerhalb der Kirche begonnen hatte und nun auch innerhalb der Kirchen weltweit um sich griff. Und immer ging es um beide Dimensionen: um die Verpflichtung der Kirchen, in Solidarität mit von Gewalt betroffenen Frauen zu reden und zu handeln - und darum, die Gewalt in der Kirche selber, in ihrer Struktur, ihrer Geschichte und ihren Traditionen offenzulegen, zu bekennen und umzukehren zu einer Gemeinschaft der gerechten Beziehungen von Frauen und Männern.

So kamen vom 29.11. - 04.12.1994 auch 24 Frauen aus Europa in der Corrymeela Community/ Nordirland zusammen. Sie haben einander ihre Erfahrungen als Frauen mit den Konflikten in Nordirland, dem ehemaligen Jugoslawien, mit den Folgen der wirtschaftlichen Abhängigkeit für Frauen in Osteuropa, mit dem Ausmaß von Menschenhandel, häuslicher Gewalt, Rassismus und sexueller Belästigung in der Kirche zugemutet. Sie haben nach den Quellen von Solidarität und Kraft gesucht, um die Gewalt zu überwinden.

Sie ermutigen die Kirche als Leib Christi in der Welt dazu, eine wahre Quelle der Befähigung für Frauen zu sein108.

Wenngleich auch die konkreten sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Situationen der Frauen jeweils unterschiedlich sind, so wird doch aus den Ergebnissen der regionalen Konferenzen zu "Gewalt gegen Frauen"deutlich, daß grundsätzlich die gleichen Strukturen verhindern, daß Mädchen und Frauen ohne Angst und unversehrt in einer gerechten Gemeinschaft mit Männern leben109.

Auch die Weltfrauenkonferenz in Peking vom 04. - 15.09.1995 macht deutlich: Frauen sind in keinem Land der Welt sicher vor Gewalt. Prävention von Gewalt wird zu einem zentralen Aspekt in der Aktionsplattform zur Umsetzung der Ergebnisse der Weltfrauenkonferenz110.

In ihrem 1993 veröffentlichten Buch "Die Zeit des Schweigens ist vorbei - Kirchen und Gewalt gegen Frauen" beschreibt Aruna Gnanadason den weltweiten Bewußtwerdungsprozeß über das Ausmaß der Gewalt, den die Frauen in den Kirchen anstoßen. Sie analysiert die Wurzeln der Gewalt: "Das Patriarchat kann als ein System 'gestaffelter Unterwerfung' bezeichnet werden, wo einige die Macht über andere haben, und wo diese Macht auf der politischen, sozialen oder kulturellen Ebene ausgeübt werden kann ... In jeder Gesellschaft sind Frauen am verletzlichsten und tragen, zusammen mit den Kindern, die Hauptlast der Ungerechtigkeit auf der ganzen Welt. Ihre Sexualität wird ausgenützt, wie uns das Frauenbild der Medien immer wieder deutlich macht. Ihre Arbeitskraft wird ausgebeutet, und jede Krise des Wirtschaftssystems trifft die Frauen zuerst ..." 111.

Beispielhaft sei hier benannt, wie im afrikanischen Kontext das Problem aufgegriffen wird. 1996 veröffentlichten Grace Wamue und Mary Getui ein Buch zum Thema: Gewalt gegen Frauen - Überlegungen von kenianischen Theologinnen112. Sie beschreiben die Facetten der Gewalt in ihrem gesellschaftlichen Umfeld wie in ihren Kirchen. Das Buch soll als Aufschrei wahrgenommen werden, der die Kirchen weckt. Bisher habe Angst, Tabus zu brechen, zum schweigenden Ertragen der kulturellen Unterdrückung geführt - von genitaler Verstümmelung mit all ihren Folgen über Zwangsverheiratung von Mädchen, Stigmatisierung alleinlebender, im Stich gelassener, kinderloser Frauen und Witwen bis hin zu ökonomischer Ausbeutung und Vergewaltigung schon kleiner Mädchen und Frauen.

Deutlich wird die Rolle westlicher Missionskirchen im Prozeß kultureller Unterdrückung von Frauen angesprochen, die Frauen aus allen religiösen Leitungsfunktionen ausschlossen, oft Sozialstrukturen zerstörten und stattdessen Gewalt gegen Frauen immer wieder theologisch legitimierten. Nun gehe es für afrikanische Frauen darum, die befreiende Liebe Gottes neu zu entdecken, ganzheitliche, stärkende Aspekte ihrer Tradition wieder auszugraben und unmenschliche Aspekte zu entlarven und als Sünde zu benennen - mit all den konkreten Folgen, die dieser Prozeß für die Kirchen in Kenia, die Männer in den Kirchen und die kenianische Gesellschaft habe.

Das Schweigen wurde gebrochen - nicht zuletzt durch die Teamvisits, mit denen der Ökumenische Rat der Kirchen seit 1994 die Mitgliedskirchen zur Mitte der Dekade besuchte.

Die Ergebnisse sind eindeutig und differenziert zugleich und ergeben ein breites Spektrum struktureller und konkreter Gewalt gegen Frauen bis hin zu Äußerungen von Kirchenführern, die Gewalt unter bestimmten Umständen für angemessen halten oder gar für einen Weg, zum "Heil" zu gelangen. Aber auch Schritte zur Überwindung dieser massiven Verletzung der Einheit der Kirche wurden benannt. Etwa die Gruppe der Männer einer presbyterianischen Kirche, die ein Haus für geschlagene Frauen aufbauen113.

2. Frauen haben das Schweigen gebrochen, einander ermutigt, das Thema Gewalt gegen Frauen auf die Tagesordnung der Kirchen gesetzt. Und eine wachsende Zahl von Kirchen gab Raum für Initiativen, verpflichtete Leitungsgremien, sich mit dem Problem auseinanderzusetzen, formulierte Selbstverpflichtungen, handelte. Insbesondere Kirchen in Nord-amerika, Australien und den Niederlanden stellten sich dem Problem der Gewalt und sexuellen Belästigung in der Kirche und verabschiedeten Leitlinien zum Umgang mit Tätern und zur Begleitung Betroffener114.

Die United Church of Australia hat Empfehlungen beschlossen, die die Kirche auf allen Ebenen verpflichtet, sexuelle Gewalt in ihren Ursachen und Ausdrucksformen zu erkennen und zu bekämpfen - einschließlich des sexuellen Mißbrauchs durch Pastoren und andere kirchliche Mitarbeiter.

Ein "Pastoralbericht an die Kirchen über sexuelle Gewalt gegen Frauen und Kinder in der kirchlichen Gemeinschaft" wurde allen in der Kirche arbeitenden Gremien zugeleitet - und enthält einen eindrucksvollen Bericht, der die Verknüpfung von theologischer Vater-Ideologie und kaum zu bearbeitenden Inzestfolgen erschütternd deutlich macht.

Nennenswert ist, daß alle Initiativen der United Church of Australia in erster Linie an Männer gerichtet sind. Durch Informationsblätter und Fortbildungsangebote soll ihnen ihre Verantwortung deutlich gemacht werden.

In einer Arbeitsgruppe des ÖRK zu Gewalt gegen Frauen wurde 1992 als Reaktion auf entsprechende Erfahrungen von Frauen ein Faltblatt erstellt, das bei allen ökumenischen Konferenzen verteilt werden soll: "Wenn christliche Solidarität Schaden nimmt - eine seelsorgerliche und informative Broschüre zum Thema sexuelle Belästigung." 115

Außerdem wurde eine Übersicht erstellt über Untersuchungen, Empfehlungen und Beschlüsse, mit denen Kirchen zunächst Gewalt gegen Frauen als Herausforderung annehmen und sich dann auf Konsequenzen für ihr eigenes Handeln einlassen.

So hat die norwegische Bischofskonferenz mehrere Jahre an dem Zusammenhang zwischen Gewalt in der Ehe und einer christlichen Unterordnungstheologie gearbeitet, sowie notwendige Veränderungen in theologischer Rede und seelsorgerlichem Handeln beschlossen.

Die Presbyterianische Kirche der USA hat Empfehlungen bezüglich sexueller Ausbeutung von Frauen verabschiedet, in denen die Ausbeutung sowohl in den USA, in den eigenen Gemeinden, als auch im Ausland etwa durch den Sextourismus benannt wird.

Bereits 1989 hat die Evangelical Lutheran Church in America (ELCA) das Problem der sexuellen Gewalt mit dem Projekt "How to make Church a safe place" aufgegriffen116.

Der Lutherische Weltbund hat 1993 das von dem Referat "Frauen in Kirche und Gesellschaft" erarbeitete Konzept "Ein klarer Aktionsplan" verabschiedet. Darin werden Problembereiche und Handlungsvorschläge auf dem Weg zu einer inklusiven Gemeinschaft von Frauen und Männern für die Mitgliedskirchen benannt. Sie beginnen mit der Ausbildung von Frauen als Führungskräfte, um strukturelle Gewalt gegen Frauen auch auf der Ebene der Nichtbeteiligung an Macht und Verantwortung abzubauen. Unter dem Stichwort "Verstöße gegen Frauenrechte innerhalb der gesellschaftlichen, politischen, wirtschaftlichen und kirchlichen Strukturen" werden insbesondere die Zusammenhänge von Gewalt und Rassismus benannt sowie sexuelle Gewalt gegen Frauen und Mädchen.

Der 25. November, der internationale Tag gegen Gewalt, wurde zu einem Tag des Gebetes und des Handelns erklärt.

Nach einem Besuch bei Frauengruppen im ehemaligen Jugoslawien rief der ÖRK auf zu einer Aktion "Donnerstags in Schwarz - gegen Gewalt und Vergewaltigung". In der sich vereinigenden Kirche von Australien stieß diese Aktion auf so breites Interesse, daß mehr als 20.000 Buttons mit der Aufschrift verkauft wurden.

Außerdem wurde ein Fonds für von Gewalt betroffene Frauen eingerichtet, um Initiativen zur Stärkung und Begleitung bei dem Aufbau neuer Lebensmöglichkeiten zu unterstützen.

In den verschiedenen Programmen des ÖRK wurde/wird der Aspekt der Gewalt gegen Frauen ausdrücklich zum Thema:

- Im "Programm zur Bekämpfung des Rassismus" gibt es das Projekt "Frauen unter Rassismus" (Women under Racism WUR), in dessen Rahmen das Sister's Network Project entwickelt wurde. (Sisters in Struggle to Eliminate Racism).

- Im Rahmen des "Programm zur Überwindung der Gewalt" fand im November 1993 eine Konferenz in Manila statt. Gastgeberin war GABRIELA, die große Vereinigung philippinischer Frauenorganisationen, die insbesondere gegen Zwangsprostitution, Frauenhandel und ökonomische Ausbeutung von Frauen kämpfen117.

- Im "Programm zu einer Theologie des Lebens" gab es eine Konsultation in Costa Rica im Dezember 1994 zum Thema "Frauen widerstehen der Gewalt". Veranstaltet wurde sie von der "Ökumenischen Vereinigung der Dritte Welt Theologinnen" (EATWOT) im Dialog mit Frauen anderer Weltregionen118.

Ziel der letztgenannten Konferenz war einerseits, Erfahrungen von Frauen als Opfer von Gewalt - aber auch als kreativ und gewaltfrei Handelnde zu Gehör zu bringen. Nordirland, Indien, Kenia, Somalia - Kriege, ökologische Zerstörungen, sexuelle Gewalt, ethnische Auseinandersetzungen und vieles mehr sind Situationen, in denen Frauen erfolgreich gewaltfreie Strategien praktiziert haben oder weiter entwickeln, als Beitrag zu einer sicheren, gerechten und friedlichen Welt. Ein Aspekt, der bei vielen Verantwortlichen im Konziliaren Prozeß wie in der wissenschaftlichen Friedensforschung immer noch unangemessen vernachlässigt wird!

Umgekehrt wurde der Aspekt der Gewalt gegen Frauen bisher in der friedensethischen Diskussion - gemessen an seinem Ausmaß als auch der besonderen Bedeutung in militärischen Konflikten - kaum angemessen wahrgenommen. Erst der Krieg im ehemaligen Jugoslawien und die u.a. über das Netz der "Frauen in Schwarz" hinaus öffentlich gewordenen Zeugnisse und Proteste der "Frauen in Schwarz" im ehemaligen Jugoslawien haben mit den Informationen über die "Vergewaltigung tausender Frauen als Kriegswaffe" Betroffenheit und öffentliche Diskussionen ausgelöst.

Und ein dritter Aspekt: Eine theologische Debatte hat sich in den letzten Jahren zum Thema "Friedenstheologie und Gewalt gegen Frauen" entwickelt. So haben sich etwa mennonitische Theologen/Theologinnen und Therapeuten/Therapeutinnen, Frauen und Männer bei einer Konferenz im Oktober 1991 in den USA damit auseinandergesetzt, inwieweit Gewalt gegen Frauen auch durch die eigene friedenskirchliche Theologie und Tradition begründet bzw. nicht verhindert wird - und welche theologischen und praktischen Konsequenzen daraus erwachsen, sich dieser Wirklichkeit zu stellen119.

Ein wichtiger Bereich des Wahrnehmens und Handelns ist das breite Aktionsbündnis in der Ökumenischen Koalition gegen Kinderprostitution, Kinderpornographie und Kinderhandel (ECPAT), aus dem seit seiner Gründung im Jahre 1991 eine Fülle von Aktivitäten entstand: Bewußtseinsarbeit innerhalb von Kirchen in den Ländern der Täter, Lobbyarbeit bei Regierungen zur Strafverfolgung, Unterstützungsprojekte für die Opfer, vorbeugende Initiativen in Regionen, in denen Kinder besonders gefährdet sind - bis hin zu der 1. Internationalen Konferenz in Stockholm im August 1996, bei der eine Aktionsplattform der Regierungen und Nichtregierungsorganisationen für weitere Schritte beschlossen wurde.

Ein weiterer Bereich ist die Zwangsprostitution und der wuchernde Menschenhandel, zunächst mit Frauen aus Südostasien und Lateinamerika, nun auch aus Mittel- und Osteuropa.

Frauen in den Kirchen, so auch das "Ökumenische Forum Christlicher Frauen in Europa" benennen diese Themen immer wieder und fordern von den Kirchen, ihre Verantwortung wahrzunehmen - als Kirchen, zu denen immer wieder auch beide, die Täter und die Opfer gehören.

Auch die Missionsgesellschaften stellen sich zunehmend dem Problem der "Gewalt gegen Frauen" - sei es die Basler Mission in ihren Regionalkonferenzen, das Berliner Missionswerk oder die Vereinte Evangelische Mission. Letztere hat auf ihrer ersten Versammlung zu Frauenfragen in Ramatea/Botswana im Oktober 1993 wegweisende Forderungen und Beschlüsse gefaßt. Zentrales Problem war bei der anschließenden Vollversammlung in Ramatea, daß die kirchenleitenden Männer nicht akzeptieren wollten, daß Frauen ihrer Kirchen aus Asien und Afrika forderten

- die Trauagenden auf gewaltstützende Ideologien hin zu analysieren,

- Frauen zu schützen und juristisch zu begleiten, die sich von gewalttätigen Ehemännern trennen wollen,

- über Gefahren von genitaler Verstümmelung aufzuklären und sie zu verhindern,

- gegen Frauenhandel und Zwangsprostitution zu kämpfen, indem Frauen eine wirtschaftliche Lebensgrundlage ermöglicht wird - durch Ausbildungsquoten, Projektförderung etc.

Die bei dem zweiten Workshop zu Frauenfragen 1996 in Bad Godesberg erarbeiteten, weiterführenden Forderungen wurden bei der darauffolgenden Vollversammlung jedoch angenommen.

3. In Deutschland hat die Ökumenische Projektgruppe zur Dekade - seit 1994 als Zusammenschluß der Ökumenischen Projektgruppe (West) und der Koordinierungsgruppe des Kirchenbundes (Ost) - in interkonfessioneller Zusammenarbeit das Thema "Gewalt gegen Frauen" aufgegriffen und in den Vordergrund gerückt. 1993 wurde es zum Schwerpunkt der 3. bundesweiten Ökumenischen Dekade-Konferenz. Die Teilnahme von Aruna Gnanadason und das Gespräch mit Vertretern verschiedener Kirchenleitungen machten diese Tagung zu einer wichtigen Station im Prozeß der Auseinandersetzung120.

Besonderes Gewicht bekam die Thematik beim Ökumenischen Gruppenbesuch des ÖRK 1995. Die Empfehlungen der auswertenden Konsultation der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen fordern die Kirchen zur vertieften Auseinandersetzung auf und regen u. a. Forschungsprojekte in ökumenischer Kooperation an121.

Ebenfalls im Kontext der Ökumenischen Dekade "Solidarität der Kirchen mit den Frauen" entstand die katholische Aktion "Frauen und Mädchen - Gewalt - Kirche". Im Dezember 1996 wurde "Ein Brief katholischer Frauen zum Thema 'Gewalt gegen Frauen und Mädchen' an katholische Amtsträger, Verantwortliche in der katholischen Kirche und die kirchliche und gesellschaftliche Öffentlichkeit" vorgelegt122.

Bei der Deutschen Ökumenischen Versammlung in Erfurt 1996 "Versöhnung suchen - Leben gewinnen" wurde das Problem der Gewalt gegen Frauen als ekklesiologische Frage thematisiert und u.a. festgestellt "Ohne konkrete Benennung von Gewalt kann es keinen Prozeß der Versöhnung zwischen Frauen und Männern geben" 123.

Als Konsequenz der sich zuspitzenden theologischen und gesellschaftlichen Relevanz des Themas wird bei der Vollversammlung des ÖRK 1998 in Harare eines der drei zentralen Hearings zur Ökumenischen Dekade - und damit auch zum Problembereich "Gewalt gegen Frauen" - stattfinden, um weitere Handlungsschritte über die Dekade hinaus in den Mitgliedskirchen zu verankern.



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