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Button Landwirtschaft im Spannungsfeld

zwischen Wachsen und Weichen Ökologie und Ökonomie Hunger und Überfluß 1984

Eine Denkschrift der Kammer der Evangelischen Kirche in Deutschland für soziale Ordnung

Inhalt

Vorwort

1. Einleitung: Agrarische, ökologische und entwicklungspolitische Probleme der Gegenwart - eine Herausforderung an alle Gruppen der Gesellschaft
1.1. Tiefgreifende Strukturveränderungen
1.2. Zuspitzung der Situation landwirtschaftlicher Betriebe
1.3. Zuspitzung der ökologischen Probleme
1.4. Verschärfung der Hunger-Überfluß-Problematik im Weltmaßstab
1.5. Herausforderung für alle Gruppen der Gesellschaft
1.6. Beitrag der Kirche


2. Agrarentwicklung - Entstehung der Probleme und Suche nach neuer Ziel- und Wertorientierung
2.1. Bäuerliche Wirtschaftsweise in vorindustrieller Zeit
2.2. Probleme der Anpassung im Industrialisierungsprozeß
2.3. Agrarentwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg
2.4. Einkommenspolitische und soziale Probleme bäuerlicher Familien
2.5. Struktur- und umweltgefährdete ländliche Regionen
2.6. Europäische und weltweite Zusammenhänge in der Agrarentwicklung
2.7. Suche nach neuer Ziel- und Wertorientierung


3. Landwirtschaft im Spannungsfeld zwischen Wachsen und Weichen - Ziele zukünftiger Struktur- und Agrarentwicklung
3.1. Theologische Perspektiven und ethische Kriterien
3.2. Ziele zukünftiger Agrarpolitik und die Leistungsfähigkeit einer bäuerlich geprägten Landwirtschaft
3.3. Perspektiven der Sozialverträglichkeit für landwirtschaftliche Problembetriebe
3.4. Grundpositionen in der EG-Agrarreformpolitik
3.5. Auswirkungen der Reformvorschläge
3.6. Empfehlungen für flankierende Maßnahmen


4. Landwirtschaft im Spannungsfeld zwischen Ökologie und Ökonomie - Zielkonflikte und Lösungsversuche
4.1. Das Verhältnis des Menschen zur Natur
4.2. Landwirtschaftsstrukturen, Landbewirtschaftung und Artenschutz
4.3. Tierhaltung
4.4. Düngung und Pflanzenschutz
4.5. Kreislauf-Wirtschaft und Alternativen im Landbau
4.6. Empfehlungen für die Landwirte, Verbraucher, Agrarpolitiker und die Forschung

5. Landwirtschaft im Spannungsfeld von Hunger und Überfluß Wechselwirkungen zwischen Entwicklungspolitik und Agrarpolitik
5.1. Hunger und Unterentwicklung als Herausforderung
5.2. Verschiedene Ursachen des Hungers
5.3. Auswirkungen von Agrarexporten
5.4. Weltweite Solidargemeinschaft

6. Agrarische, ökologische und entwicklungspolitische Anliegen der Denkschrift Zusammenfassung der Grundforderungen
6.1. Grundprobleme
6.2. Grundforderungen

7. Kirchliche Arbeit auf dem Lande - Herausforderungen und Konsequenzen
7.1. Mitverantwortung und Dienst der Kirche im Strukturwandel des Dorfes
7.2. Gottesdienst, Seelsorge und gesellschaftspolitisches Engagement

Mitglieder und ständige Gäste
der Kammer der EKD für soziale Ordnung



Vorwort

Auf die Landwirtschaft kommen heute neue Herausforderungen wirtschaftliche durch bedrängende gesellschaftliche, politische und Fragen zu. Die großen Problembereiche unserer Zeit finden nicht zuletzt auch in den Zukunftssorgen der Landwirte ihren Niederschlag: Die Beschäftigungskrise, die Gefährdung der natürlichen Umwelt und der Nord-Süd-Konflikt. So fragt eine wachsende Zahl von Menschen quer durch alle Berufe besorgt: Werden die neuen Technologien zu weiteren Rationalisierungen und zugleich auch zur Verschlechterung der Chancen am Arbeitsmarkt führen? Können sich die Industriegesellschaften weiter entwickeln wie bisher, ohne daß Wälder und Seen, Tiere und Pflanzen, letztlich auch der Mensch bedroht werden? Wie kann vermieden werden, daß der Abstand zwischen den reichen und den armen Nationen dieser Erde trotz mancher Teilerfolge in einigen Entwicklungsländern dennoch immer größer wird? Die Fragen der in der Landwirtschaft tätigen Menschen lautet ähnlich: Wie sieht die Zukunft unserer Landwirtschaft aus im Spannungsfeld zwischen Wachsen und Weichen, Ökonomie und Ökologie, Hunger in der Dritten Welt und Überfluß bei uns?

Vornehmlich auf diese drei Themenbereiche konzentriert sich diese Denkschrift. Sie wendet sich nicht nur an die Landwirte, ihre Verbände und an die Agrarpolitiker, sondern auch an die Verbraucher und engagierte Umweltschützer. Sie alle verbindet das gemeinsame Interesse, unsere Landwirtschaft zu erhalten, Natur und Landschaft zu schützen und den Menschen in der Dritten Welt zu helfen. Mit welchen Schritten aber diese Ziele erreicht werden können, darüber gibt es unterschiedliche Ansichten und Vorschläge, Wert- und Interessenkonflikte sowie eine heftige und kontroverse Diskussion mit mancher Unsachlichkeit und festgefahrenen Fronten. Diese Denkschrift will einen Beitrag zur Versachlichung und Vertiefung der Diskussion leisten und Orientierungshilfen geben. Sie ist entstanden aus der Erfahrung, daß die Kirche nicht nur in gesellschaftliche Konflikte, Spannungen und Sorgen mit eingebunden ist, sondern daß der christliche Glaube den Auftrag zum rechten Umgang mit der Schöpfung und zur solidarischen Hilfe für die notleidenden Mitmenschen dieser Erde einschließt.

Ich hoffe, daß diese Denkschrift einen fruchtbaren Beitrag dazu leistet, die Gewissen zu schärfen, gegenseitiges Verständnis in der Diskussion zu wecken und Entscheidungshilfen für die großen Herausforderungen zu geben.

D. Eduard Lohse
Landesbischof
Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland

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