Lucia
Der Gedenktag der Lucia (*286, +304) ist in Deutschland heute so gut wie unbekannt. Sie muss schon seit dem 4. bzw. 5. Jahrhundert verehrt worden sein, wie eine Grabinschrift in Syrakus aus dieser Zeit dokumentiert. Verehrt wurde und wird eine jungfräuliche Märtyrerin aus Syrakus, einer Stadt auf Sizilien. Der Luzien-Kult soll sich über Italien nach Frankreich, Spanien und Südosten Europas verbreitet haben. In Italien zählt "Lucia" als Volksheilige. Aber auch in Skandinavien sind am Luzientag viele Lichtbräuche populär, die auf die bevorstehende Wintersonnenwende hinweisen.
Die Legende
Lucia ist ein Opfer der diokletianischen Christenverfolgung. Der Legende nach wurde sie von ihrem Bräutigam den Behörden ausgeliefert, da sie sich weigerte, ihn als Nicht-Christen zu heiraten. Zur Strafe sollte sie ins Bordell geschickt werden. Aber selbst ein Ochsengespann habe die Gefesselte nicht von der Stelle bewegen können, so die Überlieferung. Sogar Feuer konnte ihr nichts anhaben. Erst ein Schwert habe sie töten können.
Im 16. Jahrhundert hat sich die Legende um einen weiteren Aspekt ausgedehnt: Lucia soll sich ihre Augen ausgerissen haben, um sie einem heidnischen Freier auf einer Schale zu präsentieren, denn dieser Verehrer fand ihre Augen so schön. Maria als "Mutter Gottes" habe Lucia ein neues Paar Augen geschenkt, das noch schöner gewesen sein soll. Daher wurde die heilige Lucia von katholischer Seite besonders bei Augenleiden angerufen. Auf Bildern oder Statuen wird sie als Jungfrau mit Palme und Schwert dargestellt, die ihre Augen in einem Gefäß präsentiert.
Autorin: Aurelia Plischke

