Christmette
In vielen Gemeinden wird der mitternächtliche Gottesdienst in der Weihnachtsnacht auch als Christmette bezeichnet. Mitunter wird die Christmette nicht deutlich von der Christnacht unterschieden, die ebenfalls am späten Heiligen Abend gefeiert wird. Christmette ist eher im katholischen Raum gebräuchlich, während Christnacht eine eher evangelische Bezeichnung ist. Zur Zeit der Reformation verlegte man, um unordentliches Treiben zu vermeiden, die Christmette ins Morgengrauen des ersten Weihnachtstages. Ursprünglich ging sie einem Mitternachtsgottesdienst voraus. Das Wort Mette kommt vom lateinischen "matutinus", das sich mit "morgendlich" übersetzen lässt. Im Erzgebirge und in mittel- und süddeutschen Gemeinden ist noch heute ein Gottesdienst am frühen Weihnachtsmorgen Zentrum dieser festlichen Zeit. Im Mittelpunkt der meisten Gemeinden steht allerdings die Christvesper am Heiligen Abend oder der Festgottesdienst am Vormittag des ersten Weihnachtstages. Auch der Brauch der nächtlichen Christnacht findet in evangelischen Gemeinden immer größere Verbreitung. Die Feier von nächtlichen Gottesdiensten symbolisiert in besonderer Weise, dass Gott sich im Kind der Krippe als das Licht in der Dunkelheit der Welt zeigt. Die Hirten der Weihnachtserzählung (Lukas 2) wachten des Nachts über ihre Herde. Das Symbol der Nachtwache erinnert an die Wachsamkeit als eine Tugend der Christen.

