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Jesaja

Der Prophet Jesaja lebte im 8. Jahrhundert v. Chr. in der Stadt Jerusalem. Im Alten Testament sind uns im Buch "Jesaja" seine Worte, aber auch Sprüche anderer Propheten überliefert. Viele biblische Leitworte in der Advents- und Weihnachtszeit stammen aus dem Buch Jesaja: "Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst." (Jesaja 9,5) Im Neuen Testament werden Jesajazitate benutzt, um darauf hinzuweisen, dass mit Jesus der im Alten Testament verheißene Retter und Erlöser gekommen ist. Besonders weite Kreise hat der Vers 14 aus dem 7. Kapitel des Jesajabuches gezogen: "Siehe, eine Jungfrau ist schwanger und wird einen Sohn gebären." Der hebräische Originaltext lautet: " Siehe, eine junge Frau ist schwanger...."

Die 66 Kapitel des Jesajabuches sind eine Sammlung prophetischer Schriften verschiedener Verfasser aus unterschiedlichen Epochen. Die an mehreren Stellen eingestreuten historischen Hinweise erlauben eine ungefähre zeitliche Abgrenzung:

In der Berufungsgeschichte Kapitel 6 wird der Tod des Königs Usija erwähnt. Er starb um 740 v. Chr. In Jesaja 44,28 und 45,1 taucht der Name des persischen Königs Kyros auf, der von 559 bis 529 v. Chr. regierte.

Innerhalb des Buches Jesaja werden drei Einheiten unterschieden:

Kapitel 1-39 ("Protojesaja"): In diesem Teil sind die Sprüche des Propheten Jesaja enthalten, der im 8. Jahrhundert v. Chr. lebte und wahrscheinlich einer Jerusalemer Patrizierfamilie angehörte. Inhaltlich geht es um soziale und gesellschaftliche Missstände, die Jesaja im Namen Gottes anprangert: "Weh denen, die Böses gut und Gutes böse nennen, die aus Finsternis Licht und aus Licht Finsternis machen, die aus sauer süß und aus süß sauer machen!" (Jesaja 5,20)

Kapitel 40-55 ("Deuterojesaja") Dieser Teil enthält Sprüche eines namentlich nicht bekannten Propheten. Er verkündet dem sich in babylonischer Gefangenschaft (546-539 v. Chr.) befindenden Volk Israel das kommende Heil: Gott, der Schöpfer und Erlöser, wird Jerusalem wieder bewohnt machen: "Siehe, in die Hände habe ich dich gezeichnet; deine Mauern sind immerdar vor mir." (Jesaja 49,16)

Kapitel 56-66 ("Tritojesaja") Dieser Teil enthält Prophetensprüche verschiedener Verfasser. Es sind vor allem Heilsworte: In Zion wird sich zukünftig die Herrlichkeit Gottes zeigen und die dunklen Tage werden zuende sein: "Denn siehe, ich will einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen, dass man der vorigen nicht mehr gedenken und sie nicht mehr zu Herzen nehmen wird." (Jesaja 65, 17)

Schon sehr früh haben christliche Theologen im Licht des Neuen Testaments das Alte Testament, besonders aber die Propheten, gelesen: Christus ist der erhoffte und ersehnte Messias.

Bei Jesaja sind es die Immanuelweissagung aus 7,14, die Verheißung des Messiaskindes in 9,5, die Beschreibung der Herrschaft des Messias und seines Friedensreiches in 11,1-10, die Vorhersage des Vorläufers Johannes in 40,3-5 und vor allem die Gottesknechtslieder in 42,1-7, 49,1-9, 50,4-9a und 53,1-12 (sie spielen in der Passionszeit eine besondere Rolle).

Aber auch die Evangelisten haben schon in diesem Sinne Jesaja zitiert: "Der Geist Gottes ist auf mir, weil der Herr mich gesalbt hat. Er hat mich gesandt, den Elenden gute Botschaft zu bringen, die zerbrochenen Herzen zu verbinden, zu verkündigen den Gefangenen die Freiheit, den Gebundenen, dass sie frei und ledig sein sollen." Dieser erste Vers aus Jesaja 61 wird bei Matthäus im 11. Kapitel und bei Lukas im 4. Kapitel von Jesus selbst angeführt.

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Publikationsdatum dieser Seite: 30.06.2014 12:09