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Christbaumschmuck

Die aus dem 17. Jahrhundert stammende Bezeichnung Zucker- oder Essbaum zeigt, dass Nüsse, Backwerk und Zuckerzeug die ersten Schmuckformen waren. Später wurden sie durch Selbstgebasteltes abgelöst. Dabei schmückten Materialien wie Wachs, Papier, Zinn und Holz die Weihnachtsbäume, bis mit der Biedermeierzeit Christbaumschmuck aus Glas nach und nach den Baumbehang revolutionierte. Die Gestaltungsmöglichkeiten sind Modetrends unterworfen und heute nahezu grenzenlos.

Nüsse, Backwerk und Zuckerzeug stellten im 17. Jahrhundert den ersten Schmuck dar, der spätestens am Dreikönigstag (6.Januar) von den Kindern geplündert wurde. Aus diesem Grunde nannte man die Weihnachtsbäume damals auch Zucker- und/oder Essbäume. Um 1850 wurde der essbare Baumbehang zusehends durch Selbstgebasteltes verdrängt. Figürliche Darstellungen aus Wachs sowie Sterne, Ketten und Rosetten aus Papier schmückten nun den Tannenbaum. Im 19. Jahrhundert war der filigrane, aus Zinn gegossene Christbaumschmuck weit verbreitet. Holz dagegen kam erst Anfang des 1900 auf - als Schmuckmaterial im Zusammenhang mit den Berchtesgadener Holzspielsachen.

Ausdruck des Zeitgeistes

Dabei war der Weihnachtsschmuck immer Ausdruck des Zeitgeistes: Während im deutsch-französischen Krieg noch Kanonen, Kriegsschiffe und U-Boote den Tannenbaum zierten, begeisterte man sich Ende des 19. Jahrhunderts für technische Innovationen wie Lokomotiven, Zeppeline und Dampfer als dekorativen Weihnachtsschmuck. Im Dritten Reich dagegen schmückten die Abzeichen des Winterhilfswerks den Christbaum.

Glasschmuck, dessen Anfänge bis in die Biedermeierzeit zurückreichen, ist wohl bis heute eine der bekanntesten und beliebtesten Schmuckformen. Die Massenproduktion der Glaskugeln erfolgte ab Mitte des 19. Jahrhunderts im thüringischen Lauscha, wo heute über 4000 Artikel in 100 Farbtönen von ihrer Popularität zeugen.

Auch die Christbaumbeleuchtung als dekoratives Muss ist heutzutage kaum noch wegzudenken, obwohl anfänglich Baum und brennende Lichter getrennt voneinander aufgestellt wurden. Erst ab etwa 1780 verwendete man mit Rüböl gefüllte Nussschalen oder wachsgetränkte Wollfäden, bis es Anfang des 19. Jahrhunderts die Erfindung tierischer und pflanzlicher Wachsersatzstoffe den breiten Bevölkerungsschichten ermöglichte, ihren Baum mit Lichtern und Kerzen zu schmücken. Elektrische Baumbeleuchtung fand ab 1920 schließlich ihre Verbreitung und unterliegt bis heute, wie der Weihnachtsschmuck allgemein, einem ständigen Wandel durch Innovationen und modische Einflüsse.

Autorin: Marta Augustynek

Christbaumschmuck, Lebkuchen-Figuren
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Publikationsdatum dieser Seite: 04.11.2014 17:52