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Herrnhuter Stern

Rot, gelb, weiß, wunschweise auch gemischt leuchten Herrnhuter Sterne seit Jahrzehnten in unseren Kirchen, häufig auch in Wohnzimmern und immer öfter auch an öffentlichen Orten.

Seit über 120 Jahren gibt es in den Herrnhuter Brüdergemeinen den Brauch, in Handarbeit aus Papier einen Stern zu basteln, der von innen beleuchtet werden kann. Um 1880 wurden erstmals nachweislich solche Sterne nach einem simplen geometrischen Entwurf in einem Knabeninternat der Brüdergemeine bei Bautzen gefertigt. Um 1900 wurden sie erstmals in kleinem Rahmen kommerziell hergestellt. Ihre eigentliche weltweite Verbreitung begann jedoch erst nach 1968 mit den in Herrnhut hergestellter Bausätzen, die stets aus 25 einzelnen Zacken bestehen, die der Kunde selbst zusammensetzt. Zunächst waren sie ein binnenkirchlich beliebtes Geschenk von Ost nach West. Seit 1990 hat sich die Angebotspalette stark vergrößert und die weiterhin mit Handarbeit hergestellten Sterne finden immer mehr Freunde weltweit, selbst als Hoteldekoration in Dubai.

Der sogenannte "Herrnhuter Stern" ist erst in den letzten Jahrzehnten weithin bekannt geworden. Seit über drei Jahrzehnten kennt man ihn in der Advents- und Weihnachtszeit vor allem aus Kirchen, parallel dazu auch in kleinerer Ausfertigung als Wohnungsschmuck - und das mit weiter zunehmender Verbreitung.

Nachfahren der Böhmischen Brüder fanden Anfang des 18. Jahrhunderts in Deutschland Aufnahme und gründeten in der Oberlausitz den Ort Herrnhut (heute bekannt vor allem durch ihre jährlichen Losungen). Von dort entwickelten sie eine weltweite Missionstätigkeit. Die Kinder der Missionsfamilien wurden in eigenen Internaten aufgenommen, z. B. in Kleinwelka bei Bautzen. Von dort gibt es die erste Überlieferung, dass dort ein Erzieher um 1880 erstmals mit seinen Zöglingen entsprechende Sterne bastelte. Das hatte zwei Vorteile. Zum einen konnten mathematisch-geometrische Kenntnisse praktisch vermittelt werden. Zum anderen ist der Stern gewissermaßen die Materialisation der theologischen Botschaft: "Es wird ein Stern aus Jakob aufgehen" (4. Mose 24.17). Hinzu kommt, dass eines der beliebtesten Weihnachtslieder in den Brüdergemeinen "Morgenstern auf finstre Nacht, der die Welt voll Freude macht" von Johann Scheffler (1657) ist. Bedenkt man, dass viele der Schüler ihre missionierenden Eltern auf allen fünf Kontinenten Weihnachten schmerzhaft vermisst haben werden, so bekommt die dritte Strophe "Deinem freudenreichen Strahl/folgt man willig überall; schönster Stern, nah und fern / ehrt man dich als Gott den Herrn" eine sentimentale Bedeutung. Die ersten Sterne in unterschiedlichen, selbst gebastelten Versionen waren also Brücken zwischen getrennten Familienmitgliedern.

1892 wurden Sterne erstmals zu einem kommerziellen Erfolg durch den Vertrieb eines Buchhändlers, der einen Stern bei einem aus einer Brüdergemeine stammenden Soldaten in dessen Kasernenstube gesehen hatte. Den Soldaten beauftragte er, weitere zu basteln, die erfolgreich verkauft wurden. 1897 wurde dann eine kommerzielle Fertigung in Herrnhut begonnen: Auf einen zentralen Blechkörper konnten unterschiedlich farbige Zacken aufgesetzt werden. So wie wir den Stern heute kennen, wird er seit 1924 in der "Sternelei" in Handarbeit hergestellt. Traditionell werden die 17 viereckigen und acht dreieckigen Zacken ineinander gesteckt geliefert und mit Hilfe von Briefverschlussklammern an der Basis zum 1. Advent als Stern zusammen gefügt. Nach Gebrauch können sie auch wieder auseinander genommen und in der mitgelieferten Schachtel aufbewahrt werden: Ein Hauptproblem waren und sind die bruchempfindlichen Spitzen der Papiersterne.

1968 wurde in Herrnhut die Sternwerkstatt gegründet. Nach 1990 bedient die heutige Herrnhuter Sterne GmbH - weiterhin als Versandhandel - eine stetig wachsende Nachfrage, inzwischen in einer Fülle von Größen, Farben (weiß, rot, gelb) und Materialien (Papier, Kunststoff). So verlassen inzwischen jährlich mehr als 200.000 Sterne den Ort im äußersten östlichen Südwestzipfel Sachsens, um in Wohnstuben, sozialen Einrichtungen, Schaufenstern und im öffentlichen Raum die Adventszeit zu erleuchten. Der kleinste Stern misst im Durchmesser rund 10 cm, der größte schmückte als Sonderanfertigung erstmals im Advent 2004 die Laterne über der Kuppel der Frauenkirche in Dresden. Und überall im Land ziert er in der Weihnachtszeit Kirchen, so wie erstmals 1925 in den Brüdergemeinen in Herrnhut und Kleinwelka.

Autor: EKD

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Publikationsdatum dieser Seite: 09.12.2014 12:01