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Jesuskind

Das Jesuskind ist die zentrale Figur weihnachtlicher Krippen und Krippenspiele. Es wird meist als ein in der Krippe liegender und in Windeln gewickelter Säugling dargestellt und gelegentlich mit einem Heiligenschein oder anderen christlichen Symbolen ausgestattet. Vorstellungen vom Jesuskind gehen allesamt auf die Evangelien und zahlreiche apokryphe Schriften zurück, welche schon in der christlichen Antike den Bau von Krippenkapellen und ganzen Kirchen anregten. Einen starken Popularitätszuwachs verzeichneten die Darstellungen durch Flugblätter und Volksbücher seit dem Spätmittelalter.

Heute sind Darstellungen des Jesuskindes gleichermaßen aus christlichen Marien- und Geburtsbildnissen und dem Kontext weihnachtlicher Brauchrequisiten bekannt. In Miniaturkrippen oder Krippenspielen wird der kindliche Christus liegend, in Windeln gewickelt und gelegentlich auch mit Heiligenschein, Krone oder diversen christlichen Symbolen (Weltkugel, Szepter, Hirtenstab, Lanze, Ysopstab, Lamm, Herz, Traube, Kreuz) gezeigt.

Grundsätzlich gehen Vorstellungen vom Aussehen und Handeln des Jesuskindes auf drei der kanonischen Evangelien sowie zahlreiche apokryphe - also kirchlich nicht offiziell anerkannte - Überlieferungen zurück. Während seit dem Markusevangelium Hinweise auf die Geburt Jesu, dessen Anbetung durch morgenländische Weise und die Flucht der heiligen Familie nach Ägypten bestehen, finden sich detaillierte Informationen über Jesus Kindheit nur in den Apokryphen. Sie orientieren sich inhaltlich stark an den vier Evangelien und ihren Wunderberichten über den erwachsenen Christus, verknüpfen diese aber mit kindlichen Alltagserfahrungen. So wird Jesus auch als zorniges und trotziges Kind beschrieben, welches die göttlichen Gaben auch aus egoistischen Motiven zu nutzen weiß. Trotz der ablehnenden Haltung der Kirche übten diese Darstellungen einen enormen Einfluss auf die Literatur und Kunst des Mittelalters sowie der Renaissance aus und verbreiteten sich etwa seit dem 15. Jahrhundert zusätzlich durch den Druck von Flugblättern und sogenannten Volksbüchern.

Der Glaube an die Geburt des Gottessohnes in einer Höhle/einem Stall ist jedoch schon seit der christlichen Antike verbreitet. Man dachte sogar den konkreten Ort zu kennen und ließ dort im Jahre 335 eine Kirche errichten. Zudem ordnete Papst Liberius im 4. Jahrhundert erstmals den Bau einer Krippenkapelle im Inneren einer römischen Basilika an. Eine bildliche Darstellung der Geburtsgeschichte und damit des Jesuskindes wurde so schon früh üblich und fand schließlich in zahlreichen Gotteshäusern Anwendung.

Autor: Lars Winterberg

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Publikationsdatum dieser Seite: 03.12.2014 11:52