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Krippe

Ob lebensgroße Darstellungen oder häusliche Miniaturkrippen: Die figürliche Inszenierung der Weihnachtsgeschichte - speziell Jesu Geburt - ist längst ein zentrales Element der Weihnachtsfeier. Spätestens seit Ende des 19. Jahrhunderts hielt die Krippe auch im evangelischen Haushalt Einzug. Krippenverehrungen haben lange Tradition: Im 4. Jahrhundert läutet der Bau einer römischen Krippenkapelle die Verbreitung auf dem europäischen Kontinent ein. Manche Figuren, so z. B. das Jesuskind, Maria oder auch Ochs und Esel, sind schon früh bekannt, andere kommen erst im Laufe der Zeit hinzu.

Im 20. Jahrhundert hat sich die Krippe neben dem kirchlichen auch im häuslichen Rahmen weihnachtlicher Festlichkeit durchgesetzt. Wenngleich die private Krippengestaltung inzwischen leicht rückläufig ist, bilden die Zentren deutscher Volks- und Handwerkskunst nach wie vor Kerngebiete der Ausbreitung. Obwohl Krippen traditionell dem katholischen Brauch zugerechnet werden, gehören sie spätestens seit den Verbürgerlichungstendenzen des ausgehenden 19. Jahrhunderts auch zur Weihnachtsfeier evangelischer Haushalte.

Die Krippe bezeichnet als pars pro toto die Darstellung unterschiedlicher Szenarien der Weihnachtsgeschichte, von der Geburt Jesu über die Verehrung durch die Weisen aus dem Morgenland bis hin zur Flucht nach Ägypten. Nicht selten beschränken sich die Darstellungen allerdings auf die zentrale Geburtsszene: Im Zentrum liegt das Jesuskind in der eigentlichen Futterkrippe, Ochse und Esel, Maria und Joseph sowie Engel und Hirten werden in variierender Konstellation zugestellt. Zudem zeugen alternative Figuren (z. B. ital. Fischhändler) und Bauweisen (z. B. span. Krippe aus Backsteinen) von starker Eigendynamik und dem Wunsch nach regionaler Ausgestaltung individueller Brauchformen.

Krippendarstellungen fußen auf Überlieferungen zur Geburt Jesu aus den Evangelien und zahlreicher apokrypher - also kirchlich nicht offiziell anerkannter - Schriften. "Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen" (Lukas 2,12). Während diese Bibelstelle in der Westkirche schon früh zu Verehrungen von Stall und Krippe führte, sah man im byzantinischen Einflussgebiet eher eine Gebirgshöhle als Geburtsstätte an. Eine im 4. Jahrhundert auf Geheiß Papst Liberius' in Rom erbaute Basilika soll die erste Krippenkapelle enthalten haben, ausgewiesene Krippenreliquien haben sich aber inzwischen als Fälschungen erwiesen. Dennoch gilt sie als Ausgangspunkt der Verbreitung künstlerischer Krippendarstellungen. Ein weiterer Markpunkt der Ausbreitung ist auf das Jahr 1223 datiert: In Greccio inszenierte Franziskus von Assisi eine Krippe mit echten Tieren und lebendigen Figuren und ebnete so nicht nur dem modernen Krippenspiel im Gottesdienst den Weg, sondern verschaffte der figürlichen Krippendarstellung darüber hinaus wachsende Popularität. Im 18. Jahrhundert erfuhr die Krippenverehrung im Rahmen der Aufklärung verstärkte Kritik und wurde zum Teil sogar regional verboten. Dies führte aber keinesfalls zum Rückgang, sondern verlagerte die Krippe zusätzlich in den privaten Bereich. Die heimische Miniaturkrippe wurde allmählich im Kontext weihnachtlicher Festlichkeit zentral und ist heute im häuslichen Bereich ähnlich verbreitet wie der Weihnachtsbaum.

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Publikationsdatum dieser Seite: 04.04.2014 12:01