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Ochs und Esel

Ochse und Esel sind zentrale Figuren zahlreicher Krippendarstellungen, obwohl sie in der Weihnachtserzählung (Lukas 2) nicht vorkommen. Als traditionelle Stalltiere kennzeichnen sie einerseits den überlieferten Geburtsort des Gottessohnes und verweisen zudem symbolhaft auf die einfache und ärmliche Herkunft Jesus sowie dessen Leben in Demut und Aufopferung. "Der Ochse kennt seinen Besitzer und der Esel die Krippe des Herrn" (Jesaja 1,3). Mit Bezug auf das Alte Testament wird überdies eine direkte Verbindung zwischen den Tieren und der Geburt Jesu Christi gezogen.

"Ochs und Esel" gelten mitunter als Basisausstattung einer jeden Krippe. Meist werden sie rechts und links des liegenden Jesuskindes platziert. Warum aber sind gerade diese Tiere überliefert und wie begründet sich ihre zentrale Stellung?

Ganz grundsätzlich repräsentieren Ochse und Esel zwei klassische Stalltiere und verweisen damit direkt auf die Geburtsgeschichte Jesu. Entsprechend verschiedener Belege der Evangelien und zahlreicher apokrypher - das heißt nicht offiziell kirchlich anerkannter Schriften - wurde Christus in einem Viehunterstand, einem Stall oder einer Höhle geboren. Insbesondere die Apokryphen müssen als Schlüssel zum Verständnis der verwendeten Tierauswahl stehen, waren sie doch Vorbild mannigfaltiger literarischer und künstlerischer Umsetzungen: So geben sie an, dass Maria ihr Kind in einer Ochsenkrippe bettete und Ochse und Esel das neugeborene Kind angebetet hätten. Auch wird eine Stelle des Alten Testaments aufgegriffen und ein direkter Bezug konstruiert: "Der Ochse kennt seinen Besitzer und der Esel die Krippe des Herrn" (Jesaja 1,3). Eine Darstellung der Jesuskrippe samt beider Tiere findet sich bereits auf einem Sargrelief des 3. Jahrhunderts und bezeugt so eine lange formale Tradition.

Über diese Verweise hinaus haben Ochse und Esel aber tiefgreifendere und multiple Symbolgehalte. Im Einzelnen lässt sich der Esel als demütiges und dienendes Tier interpretieren, in den Kontext des Nikolausbrauchs stellen (Begleittier des Gabenbringers) und damit als Metapher für die Demut und Aufopferung Jesus Christus ausweisen. Parallel dazu steht der Ochse für das typische Opfertier des Alten Testaments und verweist so auf die Kreuzigungsgeschichte. Gelegentlich sieht man im Esel den Juden, im Ochse den Heiden verkörpert: In diesem Sinne drängt sich der Schluss auf, dass Ochs wie Esel, also gleichermaßen Juden und Heiden zum Volke Gottes berufen wurden. Das Verständnis derart vielschichtiger Deutungsansätze ist aber inzwischen klar hinter den oberflächlichen Bezug der Tiere zu Stall und Krippe zurückgetreten.

Autor: Lars Winterberg

Ochs und Esel
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Publikationsdatum dieser Seite: 04.04.2014 12:15