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Sternsingen

Der Brauch der Sternsinger entstand im 16. Jahrhundert in der katholischen Kirche. Verkleidet als Heilige Drei Könige ziehen Kinder und Jugendliche mit einem Stern von Haus zu Haus. Sie singen Lieder, segnen das Haus und dessen Bewohner, sammeln Süßigkeiten und Spenden. Seit 1959 kommen diese Spenden karitativen Zwecken zugute.

Am 6. Januar ziehen in vielen katholischen Gemeinden Kinder und Jugendliche, die als Heilige Drei Könige verkleidet sind und einen Stern tragen, von Haus zu Haus. Sie singen ein Dreikönigslied oder sagen einen Spruch auf. Mit geweihter Kreide segnen sie das Haus und dessen Bewohner, indem sie die Buchstaben C M B (lat. christus mansionem benedicat = Christus segne dieses Haus), umrahmt von der Jahreszahl über die Eingangstür schreiben (z.B. 20+C+M+B+04). Sie wünschen ein frohes neues Jahr, sammeln Spenden für karitative Zwecke und auch Süßigkeiten.

Der Ursprung dieses Brauchs liegt im 16. Jahrhundert. Die Reformatoren, allen voran Martin Luther, hatten die Feier des Epiphaniasfestes und seine einseitige Ausrichtung auf die Weisen aus dem Morgenland kritisiert. Als Reaktion darauf und zur Stärkung des Feiertages verbreitete die katholische Kirche fortan Flugschriften, auf denen Sternsingerlieder abgedruckt waren, die den Festtag und seine Sinngebungen beschrieben. Zunächst von Studenten und Schülern aufgegriffen und im 17. Jahrhundert dann von Tagelöhnern, Soldaten oder Handwerkern ausgeübt, entwickelte sich das Sternsingen zunehmend zur störenden Bettelei. Die Obrigkeit verfolgte und bestrafte dies, und der Brauch verschwand zunehmend.

Erst durch die Nationalsozialisten in den 1930er Jahren kam es zu einer Wiederbelebung. Dem Sternsingen gab man einen neuen Zweck, indem man die Spenden verschiedenen Institutionen zugute kommen ließ. Im Jahre 1959 wirkte dann in Aachen das "Päpstliche Missionswerk der Kinder in Deutschland" entscheidend auf den Sternsingerbrauch ein. Grundsätzlich von der Pfarrjugend der einzelnen Gemeinden ausgeübt, kommen seitdem die Spenden karitativen Aktionen zugute.

Von der evangelischen Kirche wurde das Sternsingen zwar abgelehnt; aber in einigen Regionen bildeten sich neue oder ähnliche Formen heraus. Dazu gehören Heischelieder, die am Nikolaustag oder am Rosenmontag gesungen werden.

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Publikationsdatum dieser Seite: 04.04.2014 12:27