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Weihnachtspyramide

Die Weihnachtspyramide ist ein dekoratives, traditionell aus Holz gefertigtes Spielzeug, welches als weihnachtlicher Haus- und gelegentlich auch Kirchen- und Gemeindeschmuck gilt. Die pyramidenförmige Konstruktion gipfelt in einem Flügelrad, welches durch das Abbrennen von Kerzen und der somit aufsteigenden warmen Luft eine permanente Rotation ermöglicht. Auf diese Weise werden die angebrachten - meist christlich-religiösen - Figuren in Bewegung und das jeweilige Publikum nach Möglichkeit in vorweihnachtliche Stimmung versetzt.

Die Weihnachtspyramide kann in Deutschland neben Weihnachtsbaum und Krippe als eine der bekanntesten Dekorationen der Weihnachtszeit bezeichnet werden. Mit dem Einzug der Weihnachtspyramide in zahlreiche Privathaushalte sowie regional auch in manche Kirchen oder - deutlich größer - auf öffentliche Plätze, handelt es sich um eine recht junge Entwicklung. Die Verwendung christlicher Figuren als auch die Kerzen- und Lichtsymbolik passen die Weihnachtspyramide gleich mehrfach in bestehende Brauchstrukturen und in die besinnlich-erwartungsfrohe Stimmung der Weihnachtszeit ein.

Weihnachtspyramiden waren bereits im 18. Jahrhundert deutschlandweit bekannt. Während sie noch bis ins 19. Jahrhundert gegenüber der Christbäume dominierten, entwickelten sie sich dann zunehmend zum Weihnachtsschmuck ärmerer Familien. Grundsätzlich handelte es sich dabei um Stabkonstruktionen - häufig aus Holz - die nach oben spitz zusammen liefen und meist mit Tannengrün (o. ä.) verziert waren. Die Formenvielfalt war dabei beträchtlich und stark regional geprägt. So kannte man z. B. in Thüringen den Reifenbaum, in Schlesien die so genannten Putzäpfel, es gab den niederbayerischen Klausenbaum und nicht zuletzt die Flügelräder des Erzgebirges. Letztere haben sich inzwischen, vermutlich aufgrund ihrer technischen Raffinesse, durchgesetzt: Um 1900 bildete sich im Erzgebirge die Sonderform der Weihnachtspyramide aus, die ein Flügelrad mit der bekannten Stabkonstruktion kombinierte. Die Funktionsweise ist dabei recht simpel: Eine Grundplatte und das darauf aufbauende, meist pyramidenförmige Gestänge dient der Befestigung einer vertikalen Welle, auf der zum Teil mehrere horizontale Platten mit Figuren angebracht sind. Die Welle gipfelt in ein Flügelrad, welches durch aufsteigende warme Luft der auf der Bodenplatte befestigten Kerzen in Rotation gebracht wird. Die Drehbewegung wird auf die Welle übertragen, wodurch sich schließlich auch die Figuren im Kreise drehen.

Diese neuartige Weihnachtspyramide sorgte im 20. Jahrhundert für eine Revitalisierung der Brauchform, die sich dann parallel zum Weihnachtsbaum durchsetzen konnte. Dafür ist neben der industriellen Produktion vor allem der insgesamt positiv besetzte Vertrieb handgefertigter Pyramiden verantwortlich. Auf den im 20. Jahrhundert massiv expandierenden Weihnachtsmärkten fand die erzgebirgische Sonderform rasch überregionale Verbreitung. Heute ist die Tendenz zu Weihnachtspyramiden im privaten Festumfang - der Krippe gleich - wieder leicht rückläufig.

Autor: Lars Winterberg

Weihnachtspyramide
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Publikationsdatum dieser Seite: 04.04.2014 12:06