Buchtipps 2008
Sahlberg, Göran: Sieben wunderbare Jahre
(Für Erwachsene)

Die Kindheit eines Jungen, dem Sohn eines freikirchlichen Prediger mit dem Hang zum Himmel und einer geerdeten Mutter.
Dahlberg erzählt die Geschichte eines kleinen Jungen. Sie spielt in einer schwedischen Kleinstadt. Der Junge wächst auf zwischen den Erwartungsansprüchen des Vaters, der in ihm schon den Predigernachfolger sieht und den Sehnsüchten der Mutter, die in ihrem Sohn zu einem "normalen" Jungen heranwachsen lassen möchte. Dem Kind gelingt es nicht, die Sehnsüchte der Eltern zu erfüllen. Erste Predigtversuche(Traueransprachen für noch lebende Menschen) scheitern am Widerstand der Mutter. Schuldgefühle entwickeln sich bei dem Kind. Eine unwichtige Notlüge läßt die kleine Welt des Jungen am großen Plan Gottes, dem der Vater orientiert am hoffnungslosen Modell eines apokalyptischen Predigers der 30er Jahre an - und nachhängt, zusammenbrechen. Kurz darauf verschwinden seine Eltern und er gibt sich die Schuld dafür. Als Strafe für die Lüge muss er bei der Nachbarin Viola zurückbleiben, bis zum Jüngsten Tag, versteht sich. In dieser realen Entwicklungsgeschichte am Rande des Begreifens gewährt uns Göran Sahlberg einen Blick in die Seele dieses Jungen, der glaubt, das Weltenende durch seinen Ungehorsam heraufbeschworen zu haben.
Ein Roman, der in seinem Ernst verstört und in seiner Lebenslust beglückt.
Kurt Triebel
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