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Energie vom Acker

Wie viel Bioenergie verträgt die Erde?

Energie vom Acker - Titelblatt„Agrotreibstoffe können negative Klima- und Ökobilanzen aufweisen. Durch den Einsatz bereits marktreifer Technologien lassen sich die EU-Klimaschutzziele im Kraftfahrzeugsektor wesentlich effektiver erreichen. Deshalb fordern wir einen Ausstieg aus dem EU-Ziel einer zehnprozentigen Beimischungsquote von Agrotreibstoffen bis 2020, sowie eine schrittweise Rücknahme der derzeitigen Beimischungsquoten,“ sagt Wilfried Steen, Vorstand des Evangelischen Entwicklungsdienstes, Bonn.

Durch den Energiepflanzenanbau verschärfen sich die Konflikte um natürliche Ressourcen wie Boden und Wasser. Die Zerstörung unwiederbringlicher Lebensräume wie Regenwälder oder Feuchtgebiete sind die Folge. „Die für die Beimischungsquoten in Europa erforderlichen Anbaumengen von Agrotreibstoffen können in Europa selbst nicht gedeckt werden. In Ländern des Südens aber finden bisher keine Prüfungen statt, ob die Flächenausdehnung für den Energiepflanzenanbau sozial- und umweltverträglich ist, oder sich mit dem Recht auf Nahrung der heimischen Bevölkerung vertragen. Faktisch kommt es wegen der weltweit mittlerweile heftigen Flächenkonkurrenz zu massiven und gewaltsamen Landvertreibungen von Kleinbauern. Ferner trägt der Energiepflanzenanbau zu Preissteigerungen von Lebens- und Futtermitteln bei. Das alles verstärkt die Hungerkrise. Der Hunger nach Nahrung sollte aber unsere Hauptsorge sein, nicht der Hunger nach Energie,“ sagt Cornelia Füllkrug-Weitzel, Direktorin von „Brot für die Welt“.

Agrar-, Entwicklungs- und Umweltexperten evangelischer Organisationen plädieren in der am 12. Februar 2008 veröffentlichten Studie „Energie vom Acker – Wie viel Bioenergie verträgt die Erde“ dafür, die vorhandenen natürlichen Grenzen der energetischen Nutzung von Biomasse weltweit zu respektieren und dabei klare Prioritäten zu setzen. Oberste Priorität hat das Menschenrecht auf Nahrung.

Bei aller Kritik an der Bioenergie plädiert Dr. Maren Heinke, Ausschuss der Dienste auf dem Lande (ADL) dafür, die weltweit vorhandenen Potenziale der nachhaltigen lokalen Bioenergienutzung in den Bereichen Wärme- und Stromerzeugung zu nutzen. „Als Übergangstechnologie kann etwa zehn Prozent des Weltenergiebedarfs durch Biomasse erzeugt werden. Bei einer Nutzung von landwirtschaftlichen Abfall- und Reststoffen entsteht keine Bedrohung der Ernährungssicherung.“ Der Ausbau lokal angepasster Technologien der Bioenergienutzung wie verbesserte Holzherde oder Biogasanlagen kann zur Überwindung der Energiearmut in Entwicklungsländern beitragen.

Zum Klimaschutz sind Energieeinsparung und die Steigerung der Energieeffizienz die wirksamsten Maßnahmen, nicht die Verwendung von Agroenergie. „Hier sind die Kirchen als Vorbild gefordert. Das kirchliche Umweltmanagementsystem „Der Grüne Hahn bzw. Gockel“ gehört ebenso dazu, wie die Unterstützung von Klimaschutzmaßnahmen in Partnerkirchen armer Länder“, sagt Dr. Thomas Schaack, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Umweltbeauftragten der evangelischen Landeskirchen (AGU).

Die Broschüre veranschaulicht wie Aspekte der globalen Gerechtigkeit, der Schöpfungsbewahrung und des Strebens nach einem guten Leben gleichzeitig in den Blick genommen werden können. Sie eignet sich für die Jugend- und Erwachsenenbildung.

Rückfragen:

Brot für die Welt: Dr. Bernhard Walter, www.brot-fuer-die-welt.de
EED: Dr. Rudolf Buntzel, 0228/81012355, www.eed.de
AGU: Dr. Gudrun Kordecki, 02304/755330, www.ekd.de/agu
ADL: Dr. Maren Heinke, 06131/2874447, www.zgv.info

 

  • Energie vom Acker | von Brot für die Welt, EED, AGU und ADL

    Upload am: 10.03.2009

  • Aktueller Stand der Beschlusslage in EKD und Landeskirchen | von Dr. Gudrun Kordecki und Dipl.Ing Heinrich Mühlenmeier

    Upload am: 19.11.2013

    Stand: 09. April 2013

Klimaschutzkonzepte in Landeskirchen

Im Rahmen der Förderprogramme der nationalen Klimschutzinitative wird die Erstellung von integrierten Klimaschutzkonzepten gefördert. In diesen Konzepten werden die Bereiche Liegenschaften, Mobilität und Beschaffung ausführlich untersucht und Maßnahmen zur Reduzierung von CO2-Emissionen erarbeitet. Eine aktuelle Übersicht findet sich beim Projektbüros Klimaschutz der EKD

Kernpunkte für ein nachhaltiges Energiekonzept

Aufgrund eines Beschlusses der Landessynode hat die Evangelische Kirche im Rheinland 2012 ein Diskussionspapier zur Energiepolitik vorgelegt. Dafür wurden fachliche Beiträge zur C02-Reduktion, zur Energiewende und zum Ausstieg aus der Kernenergie aufgearbeitet. Das Diskussionspapier dient als Grundlage, um sich an der kirchlichen und öffentlichen Diskussion zu Klimaschutz und Energiewende angemessen beteiligen zu können. Die "Kernpunkte für ein nachhaltiges Energiekonzept" wurden u.a. auf zwei Tagungen in der Evangelischen Akademie Bonn und bei einer Regionalsynode einiger Kirchenkreise zu Energie vorgestellt und diskutiert.  


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Publikationsdatum dieser Seite: Montag, 13. Januar 2014 20:08