Fracking
Unter Fracking versteht man ein Verfahren der unkonventionellen Erdgasförderung. Dabei werden kleine Erdgasbläschen, die in Gestein eingeschlossen sind, freigesetzt und das Gas gefördert. Dafür wird ein Wasser-Sand-Gemisch, das mit - teilweise giftigen - Chemikalien versetzt ist, unter hohem Druck in tiefe Gesteinsschichten gepresst. Durch den Druck entstehen Risse in den Gesteinsschichten und das darin gebundene Erdgas entweicht. In den USA wird dieses Verfahren schon lange angewandt. In den letzten Jahren wurde Fracking auch in Deutschland für die Erdgasindustrie attraktiv. In NRW wurde interessierten Unternehmen eine Aufsuchungserlaubnis für insgesamt ca. 18.000 km² erteilt (ca. 50 % der Landesfläche).
Für die geplante Förderung liegen bisher jedoch keine belastbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse über Risiken und Folgen für Umwelt und Gesundheit vor. Die AGU befürchtet, dass die betroffenen Regionen durch das Fracking mit extremen Umweltbelastungen konfrontiert werden. Auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag in Dresden 2011 wurde die Kirchentagsresolution "Bewahrung der Schöpfung" verabschiedet, welche die Genehmigung des Fracking ablehnt.
Schwerte , 21.11.2011 | Unkonvetionelle Erdgasförderung
Eine Arbeitshilfe
In Deutschland, insbesondere in Nordrhein-Westfalen, werden bedeutende Vorkommen an Schiefergas vermutet. Diese können durch unkonventionelle Erdgasförderung mit Hilfe des sogenannten Fracking erschlossen werden. Aus den USA sind im Zusammenhang mit Fracking zahlreiche Störfälle bekannt. Verunreinigungen von Grund- und vor allem Trinkwasser traten auf. In dieser Arbeitshilfe wird dargestellt, wie Fracking durchgeführt wird und welche Umweltrisiken auftreten können.
Die Rechtslage zur Durchführung der unkonventionellen Erdgasförderung wird ebenso beschrieben wie die derzeitige politische Diskussion über Fracking. Ein Überblick stellt die Planungslage in Deutschland und derEuropäischen Union dar. Die Sachstandsbeschreibung wird ergänzt durch theologischethische Impulse und die Dokumentation kirchlicher Stellungnahmen zum Thema. ...
Bielefeld, 18.11.2011 | Westfälische Landeskirche: Gegen Fracking
Methode zur Erdgasgewinnung birgt Gefahren für Umwelt und Gesundheit
Die Evangelische Kirche von Westfalen (EKvW) lehnt Fracking als Methode zur Erdgasgewinnung unter den heutigen Bedingungen ab. Die Kirchenleitung hat den Bestrebungen, "nach unkonventionellen Gasvorkommen zu suchen und diese durch das sogenannte hydraulic fracturing (Fracking) zu erschließen", jetzt eine klare Absage erteilt. Fracking setzt im Gestein eingeschlossenes Erdgas frei.
Dresden, 05.06.2011 | Bewahrung der Schöpfung - keine Genehmigung für unkonventionelle Erdgasförderung
Der konsequente Ausstieg aus der Atomenergie muss jetzt verbunden werden mit einem ebenso konsequenten Einstieg in eine nachhaltige, klimaschonende Energieversorgung. Dabei ist der Neubau von Kohlekraftwerken auszuschließen und der Ausbau von erneuerba-ren Energie zu beschleunigen. Gaskraftwerke und Kraft-Wärme-Kopplung können den schnellen Übergang zu einer Energieversorgung aus 100 Prozent erneuerbaren Energien gewährleisten. Die Zeit des Übergangs von fossil auf regenerativ darf jedoch nicht dazu ge-nutzt werden, umweltschädliche und risikoreiche Verfahren der Erdgasgewinnung voranzu-treiben. Für die geplante unkonventionelle Erdgasförderung liegen bisher keine belastbaren Erkenntnisse über Risiken und Folgen vor.