Bioethik, Biotechnologie und Gentechnik
Gentechnik als Teilgebiet der Biotechnologie
Die Gentechnik ist ein Teil der Biotechnologie. Immer dann, wenn mit Hilfe besonderer Verfahren die Erbinformation der Lebewesen analysiert, die Träger einer bestimmten Erbinformation, die Gene, isoliert und auf andere Lebewesen übertragen werden, sprechen wir von Gentechnik. Dabei wird häufig unterschieden zwischen der "Grünen Gentechnik", der Anwendungen bei Pflanzen und Lebensmitteln, der "Roten Gentechnik", der Anwendung in der Medizin und der "weißen Gentechnik", der Anwendung in der Produktionstechnik.
Erstmals in der Geschichte der Menschheit ist es möglich, direkt in die Erbanlagen von Lebewesen einzugreifen, deren räumlichen Kontext willkürlich zu verändern und sogar einen Austausch von Genen über die natürlichen Artgrenzen hinweg vorzunehmen. Durch die Gentechnik erfolgt eine völlig neue Eingriffstiefe in die Grundlagen des Lebens, wobei die Zeitspannen, in denen Veränderungen erzielt werden, gegenüber der Evolution wesentlich verkürzt sind. Dies führt zu neuen Herausforderungen in der Wissenschaft, deren ethische Beurteilung auch in den Kirchen als wichtige gesellschaftliche Aufgabe wahrgenommen wird.
Schwerin, 13.11.2010 | Verzicht auf den Anbau von gentechnisch veränderten Kartoffeln
fordert die Kirchenleitung der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs
"Die Mitglieder der Kirchenleitung halten die Folgen beim Anbau der gentechnisch veränderten Kartoffel Amflora gegenwärtig für nicht ausreichend abschätzbar", informierte Kirchenrat Markus Wiechert. Als Regierungsbeauftragter habe er in dieser Thematik auch das Gespräch mit Fachleuten gesucht. Für den Anbau der gentechnisch veränderten Kartoffel Amflora "besteht keine Notwendigkeit, da die Stärkeindustrie die gewünschte Optimierung im Herstellungsverfahren auch durch gentechnikfreie Alternativprodukte erzielen kann". Hintergrund: Es gibt bereits zwei herkömmlich gezüchtete Stärkekartoffeln, die fast ausschließlich den gewünschten Stoff Amylopektin enthalten, der bei der Stärkeproduktion so wichtig ist.
Hamm, Schwerte, 01.09.2010 | Mut zum Umdenken
Beim Erntedankfest danken wir unserem Schöpfer für die gute Ernte und erfreuen uns an der Vielfalt von Gottes guter Schöpfung. Unsere Lebensmittel sollen schmackhaft und gesund sein, möglichst aus regionaler Erzeugung stammen und den Bäuerinnen und Bauern, die sie erzeugen, ein gutes Auskommen ermöglichen. Auch zum diesjährigen Erntedankfest beteiligt sich die agu an einem gemeinsamen Erntedankplakat. ...
Schwerte, Hannover, Breklum, 19.07.2010 | Verzicht auf Amflora
Im Frühjahr 2010 hat die EU-Kommission den Anbau der gentechnisch veränderten Stärke-Kartoffel "Amflora" zugelassen. Das Institut für Kirche und Gesellschaft der Ev. Kirche von Westfalen und die AGU wenden sich in einer Stellungnahme gegen den Anbau der Kartoffel.
Berlin , 02.07.2010 | Risiken der Agrogentechnik untersuchen
9-Punkte-Katalog für eine ökologische Risikoforschung
Unzureichende Nahrungsmittelproduktion und geringe Erträge in vielen Teilen der Welt, Verlust an Biodiversität, Bodenfruchtbarkeit und Tiergesundheit in anderen, sind Folgen einer weltweit fehlgeleiteten Agrarpolitik und Agrarforschung. National, europäisch und weltweit werden große Summen in die gentechnologische Forschung gesteckt. Zur nachhaltigen Stabilisierung des ökologischen Gefüges, von dem die Landwirtschaft abhängt, trägt diese aber nichts bei. "Business as usual" ist keine Option, stellt der Weltagrarbericht 2008 fest. Eine grundlegende Debatte über eine ökologisch orientierte Neuausrichtung der Landwirtschaft angesichts der drängenden Probleme, wie Klimawandel, Welternährung und Verlust der biologischen Vielfalt sowie der erforderlichen Forschungsziele und Forschungsansätze, steht noch immer aus.
München, 17.05.2010 | Zentrum Zukunft auf dem Ökumenischen Kirchentag
Im Zentrum Zukunft, einer riesigen Messehalle, wurde über alle 3 Tage ein abwechslungsreiches Programm mit hochkarätigen Podiumsgästen und Referenten geboten. Mehrere Umweltbeauftragte waren an der Planung und Durchführung des Programms beteiligt. Die Themen spiegelten die drängenden ökologischen Fragen unserer Zeit wider: Klima und Energie, Mobilität, Sicherung der Welternährung, zukunftsfähiger Lebensstil.
München, 14.05.2010 | Resolution "Unser täglich Brot" auf dem ÖKT
Im Zentrum Zukunft wurde am 14.05.2010 eine Resolution zur Ernährungssicherung durch verantwortungsvolle Agrarpolitik ohne Gentechnik und ohne Patente auf Pflanzen und Tiere verabschiedet.
Berlin, 30.11.2009 | Wie die Agrarindustrie versucht, die Nulltoleranz zu kippen
Umwelt- und Bauernverbände fordern: Keine Schwellenwerte für in der EU nicht zugelassene gentechnisch veränderte Organismen (GVO)
Droht der Futtermittelnotstand, wenn die EU weiter an ihrer Nulltoleranzpolitik für nicht zugelassene GVO festhält? Müssen unsere Tiere im Stall bald verhungern? Explodieren die Futtermittelpreise? Setzen wir die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Bauern aufs Spiel? Sind die Behauptungen der Agrarindustrie durch Fakten belegt und die Sorgen begründet? Oder handelt es sich um Panikmache und eine gezielte Strategie, um gentechnische Verunreinigungen hoffähig zu machen? ...
Berlin, 20.07.2009 | Risiken der Agrogentechnik untersuchen
9-Punkte-Katalog für eine ökologische Risikoforschung
Unzureichende Nahrungsmittelproduktion und geringe Erträge in vielen Teilen der Welt, Verlust an Biodiversität, Bodenfruchtbarkeit und Tiergesundheit in anderen, sind Folgen einer weltweit fehlgeleiteten Agrarpolitik und Agrarforschung. National, europäisch und weltweit werden große Summen in die gentechnologische Forschung gesteckt. Zur nachhaltigen Stabilisierung des ökologischen Gefü-ges, von dem die Landwirtschaft abhängt, trägt diese aber nichts bei. "Business as usual" ist keine Option, stellt der Weltagrarbericht 2008 fest.1 Eine grundlegende Debatte über eine ökologisch orientierte Neuausrichtung der Landwirtschaft angesichts der drängenden Probleme, wie Klimawan-del, Welternährung und Verlust der biologischen Vielfalt sowie der erforderlichen Forschungsziele und Forschungsansätze, steht noch immer aus. Selbst wenn lediglich sichergestellt werden soll, dass Anwendungen der Agrogentechnik bestehende Schäden nicht weiter vergrößern dürfen, bestehen erhebliche Mängel in der Sicherheitsforschung zu gentechnisch veränderten Organismen (GVO). Sie reicht nicht aus, um das Potenzial negativer Entwicklungen rechtzeitig aufzudecken. Relevante Fragestellungen aus der Sicht von Verbrauchern sowie des Natur- und Umweltschutzes werden entweder nicht oder nicht hinreichend untersucht, viele wenig relevante Themen oder gar solche, die gar nichts mit dem Thema zu tun haben, sind jedoch mit enormen Fördersummen ausgestattet.
Schwerte, 17.04.2009 | Verbot von Mon810 begrüßt
Die Arbeitsgemeinschaft der Umweltbeauftragten in der EKD (AGU) begrüßt das von Bundeslandwirtschaftsministerin Aigner ausgesprochene Verbot des gentechnisch veränderten Mais Mon810. "Das Anbauverbot kommt gerade noch rechtzeitig vor der Aussaat", erklärte Dr. Gudrun Kordecki. Nun sei Zeit gewonnen, neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu prüfen und die nach dem EU-Recht vorgesehene Überprüfung der Zulassung der Maissorte, die seit 2007 überfällig ist, vorzunehmen.
Schwerte, 16.04.2009 | Leben ist keine Ware!
Patente auf Leben? (Neuherausgabe des Originals von 1997)
Unter diesem Motto initiierte die AGU 1995 eine Unterschriftenaktion gegen die damals noch in der Beratung befindliche EU-Patentrichtlinie. Die deutschen Unterschriften wurden am 6. November 1996 in Form einer Petition an den Präsidenten des Europaparlaments übergeben.
Berlin, 13.02.2009 | Gentechnik-Entscheidungen in Brüssel:
Verbände verlangen von der Bundesregierung Farbe zu bekennen
Ein breites Bündnis von Umwelt- und Verbraucherverbänden, kirchlichen Organisationen und Verbänden des Ökologischen Landbaus hat heute Bundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU) und Bundesumweltminister Sigmar Gabriel aufgefordert, eine eindeutige Position gegen die Zulassung neuer Gentechnik-Maissorten ("Bt 11" und "1507") durch die EU zu beziehen. ...
Ungelöste Fragen - Uneingelöste Versprechen
10 Argumente gegen die Nutzung von gentechnisch veränderten Pflanzen in Landwirtschaft und Ernährung
Mit 10 Argumenten gegen die Nutzung von gentechnisch veränderten Pflanzen in Landwirtschaft und Ernährung wendet sich ein Bündnis der Arbeitsgemeinschaften der evangelischen und katholischen Umweltbeauftragten (AGU), des Ausschusses Kirchlicher Dienste auf dem Lande in der EKD (ADL)und der Katholischen Landvolkbewegung (KLB) im Jahr 2003 an Politik und Kirche.
Bewahrung der Schöpfung praktisch - Gentechnik
Die Arbeitshilfe enthält grundlegende Informationen zur Grünen Gentechnik und ihrer ethischen Beurteilung.
- Die Aktualisierung erfolgte letztmalig im April 2005
Kirchliches Pachtland
Kampagne "Keine Gentechnik auf Kirchenland"
Die Kampagne "Keine Gentechnik auf Kirchenland" der kirchlichen Umweltbeauftragten führte zu zahlreichen Beschlüssen zum Umgang mit der Gentechnik auf kirchlichem Pachtland. Die aktuelle Beschlusslage (Stand Juli 2010) ...
Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen - Argumentationshilfe der EKvW
An der Schwelle eines neuen Zeitalters in der Pflanzenzucht hat die Kirchenleitung der Evangelischen Kirche von Westfalen am 16. Februar 2006 den Beschluss der Landessynode vom 3. November 2005 mit einer Argumentationshilfe untermauert.
München, 28.03.2007 | Gentechnikgesetz muss größtmöglichen Schutz für Mensch und Umwelt sichern!
Kirchliche Umweltbeauftragte kritisieren Eckpunktepapier
St. Ulrich, 04.05.2005 | Kirchliche Umweltbeauftragte zur Grünen Gentechnik
Schutz des gentechnikfreien Anbaus sichert sozialen Frieden auf dem Land
Güstrow, 07.10.2003 | Ungelöste Fragen - Uneingelöste Versprechen
Kirchliche Organisationen mahnen verantwortungsbewußten Umgang mit Grüner Gentechnik an
Mit 10 Argumenten gegen die Nutzung von gentechnisch veränderten Pflanzen in Landwirtschaft und Ernährung wendet sich ein Bündnis der Arbeitsgemeinschaften der evangelischen und katholischen Umweltbeauftragten (AGU), des Ausschusses Kirchlicher Dienste auf dem Lande in der EKD (ADL)und der Katholischen Landvolkbewegung (KLB) an Politik und Kirche.
Iserlohn, 01.03.2007 | Der Mensch als Rohstoff - Die Kontroverse um die Stammzellenforschung
Kooperationstagung vom 23.-25.06.2006 in Iserlohn
Als im Jahr 2002 das Kompetenznetzwerk Stammzellen gegründet wurde, war es den Verantwortlichen ein besonderes Anliegen, dass die Ergebnisse einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht und die Grenzen der Forschung aus ethischer Sicht ständig hinterfragt werden. ...
Projekte
Next GENeration?!
Projekttage zu den Themen Gentechnik, Klonieren und genetische Auslese
Das Institut für Kirche und Gesellschaft bietet unter dem Titel "Next GENeration?!" zwei Veranstaltungen zum Themenkomplex Gentechnik, Klonieren und genetische Auslese an. Das innovative Programm ist sowohl auf den Lehrstoff zum Themenkomplex Genetik und Ethik, als auch auf die besonderen Lernbedürfnisse junger Erwachsener abgestimmt. Die Veranstalterinnen und Veranstalter legen dabei besonderen Wert auf die Verknüpfung von Fachwissen und Erfahrungswissen sowie darauf, Freiräume zu schaffen, um die Entwicklung eines persönlichen Standpunktes zu fördern.
zellux.net
Stammzellen im Schlaglicht von Forschung, Medizin, Kirche, Ethik und Recht