Al Gore kommt nach Berlin

Wolfgang Huber - Kolumne in der BZ

19. Oktober 2007

Al Gore kommt nach Berlin! Gern wiederhole ich meine Gratulation an den frisch gekürten Träger des Friedensnobelpreises. Sein Dokumentarfilm „Die unbequeme Wahrheit“ hat einen Wandel bewirkt. Menschen in aller Welt wurden die Gefahren des Klimawandels vor Augen geführt. Zusammen mit dem internationalen Expertengremium für den Klimawandel erhält er dafür den Friedensnobelpreis. Damit werden zugleich die Menschen in allen Kontinenten gewürdigt, die sich für den Klimaschutz engagieren.

Die Preisverleihung ist zugleich ein Signal für den Wandel, der notwendig ist. Denn dieses Thema gehört nicht in wissenschaftliche Hinterzimmer – es gehört in das Herz eines jeden Menschen. Wir alle müssen wissen: Es ist nicht zu spät für eine Antwort auf den Klimawandel. Jede Berlinerin, jeder Berliner kann einen Beitrag leisten, die Folgen rechtzeitig zu begrenzen.

Inzwischen kann niemand mehr daran zweifeln: Der Klimawandel ist in vollem Gang. Und genauso sicher lässt sich sagen: Er ist von uns Menschen verursacht. Wenn wir untätig bleiben, lassen sich die Folgen absehen: Hochwasser und heftige Stürme, Steinlawinen und Hitzewellen. Eine höhere Durchschnittstemperatur in Deutschland und in unserer Stadt wird für die Tier- und Pflanzenwelt erhebliche Auswirkungen haben. Blumen werden länger blühen, der Rasen wird auch im Winter wachsen. Neue Schädlingsarten werden milderes Klima zu nutzen wissen. Sehr trockene Sommer werden das Wasser auch in Berlin zu einem knappen Gut machen. An anderen Orten werden die Folgen noch dramatischer sein: Den Deltaregionen der Erde droht dann die Überflutung. Den Menschen, die dort leben, auch.

Wir Menschen sind in den Klimawandel verstrickt. Wir haben es aber auch selbst in der Hand, ihn zu begrenzen! Der Friedensnobelpreis 2008 stellt das in den Mittelpunkt. Das sollte uns allen Mut zum Handeln machen. Jesus würde hier mit gutem Beispiel voran gehen. Denn er verließ sich auf die Verheißung der Bibel, dass Gott die Welt nicht untergehen lassen wird. Daher seine Zuversicht. Er kannte aber auch den Auftrag, Gottes Schöpfung zu bewahren. Das mahnt auch uns zum Handeln. Es ist nicht zu spät, den Klimawandel zu begrenzen. Doch er kommt bald an eine kritische Marke. Die Zeit drängt. Gerade deshalb begrüße ich Al Gore herzlich in Berlin.

Klima-Appell des EKD-Ratsvorsitzenden