Glück und Lotto

Wolfgang Huber - Kolumne in der BZ

07. Dezember 2007

Ein großes Haus, ein schickes Auto, weite Reisen – oder einfach nicht auf das Geld schauen müssen! Endlich nicht jeden Cent umdrehen oder überlegen, ob das Geld noch für die Tasse Kaffee mit der Freundin am Nachmittag reicht! Der Lotto-Jackpot hat Wünsche und Träume beflügelt. Es geht um den höchsten Jackpot aller Zeiten. Er lockte mehr Menschen in die Annahmestellen als je zuvor. Lange Schlangen bildeten sich vor den Zeitungsläden. Mancher setzte bis zu tausend Euro ein, um die erhofften Millionen auf das eigene Konto zu bekommen. Große Wünsche sollten sich erfüllen. Die Hoffnung auf ein besseres, sorgenfreies Leben treibt an.

Viele Haushalte sind überschuldet und dies mit steigender Tendenz. Haus, Auto oder neu gekaufte Wohnzimmermöbel müssen abgezahlt werden. Auch in manchen Doppelverdiener-Familien reicht das Geld nicht für den täglichen Lebensunterhalt. Die Vorstellung, keine materiellen Sorgen mehr zu haben ist befreiend. „Woran du dein Herz hängst, das ist dein Gott“, hat der große Reformator Martin Luther gesagt.

Wir alle kennen die Gratwanderung zwischen der Sorge um das, was zum Leben notwendig ist, und dem Wunsch nach angenehmem Luxus. Wir alle kennen die Verführung durch das Habenwollen ohne Einhalt. Erbstreitigkeiten unter Geschwistern nehmen oft unangenehme Formen an. Gerichtliche Auseinandersetzungen unter Nachbarn zeigen, wohin es führt, wenn Hab und Gut über alles gestellt werden. Doch Millionen können auch Gutes bewirken. Denn von Lottomitteln profitieren Projekte im kulturellen und sozialen Bereich. Orchester oder Sportvereine werden mit solchen Mitteln unterstützt. Ich weiß, wovon ich rede. Die Lottostiftung hat die Errichtung der Kapelle im Berliner Olympiastadion ebenso unterstützt wie die bauliche Erweiterung der Evangelischen Schule in Neukölln.

Im neunten Gebot heißt es: „Du sollst nicht begehren Deines Nächsten Haus.“ Das Gebot erinnert daran, dass aller Besitz vorläufig ist – und dass wir ihn redlich erwerben sollen. Ein gelingendes Leben hängt nicht an dem, was wir haben, sondern an dem, was wir sind. Und das verdanken wir Gott, der uns das Leben schenkt und uns unsere Gaben anvertraut. Er stellt uns Menschen zur Seite, die unser Leben reich machen, die uns nahe sind in der Freude, aber auch in den schweren Stunden.  Das ist mehr wert als Lottomillionen. Die Wahrscheinlichkeit, treue Wegbegleiter zu finden, ist größer, als die sechs Richtigen zu tippen.

Gott sei Dank!