ÖRK-Vollversammlung beendet

Verantwortliche ziehen positive Bilanz

14. Dezember 1998

Mit einem Abschlussgottesdienst endete am Montag, 14. Dezember, die Achte Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen. In seiner Predigt sagte der ehemalige ÖRK-Generalsekretär Emilio Castro, dass die ökumenische Bewegung weiterhin für die Einheit der Kirche kämpfen werde und die Befreiung in einer Welt voller Vorurteilen, Mangel und Sünde verkünden werde. Es sei eine ökumenische Berufung, die Versöhnung in Jesus Christus zu verkündigen.

Die traditionelle Schlussbotschaft trägt den Titel "Miteinander unter dem afrikanischen Kreuz". In ihr heisst es, das Thema der Vollversammlung. "Kehrt um zu Gott -seid fröhlich in der Hoffnung" seie eine Aufforderung, sich auf die "Grundlagen unseres Glaubens und unseres Lebens als Kirchen zu besinnen". Während des Treffens in Harare habe man das Leben, das Wachstum und den lebendigen Glauben der Menschen Afrikas, aber auch die Probleme des Kontinents erfahren.

Bedauert wurde "das Leid unser fortbestehenden Trennungen", die sich in der Unfähigkeit zeige, gemeinsam das Abendmahl zu feiern. Doch werde man sich immer stärker bewusst, dass "das, was uns verbindet, stärker ist als das, was uns trennt", heisst es in der Botschaft. Den Willen, beieinander zu bleiben, wie er auf der Gründungsversammlung des ÖRK 1948 in Amsterdam formuliert wurde, habe man auch in Harare verspürt. Trotz aller Schwierigkeiten wolle man sich nun dazu verpflichten, "beieinander zu sein und auf dem Weg zur sichtbaren Einheit stetig zusammenzuwachsen". Der Auftrag, dem Reich Gottes zu dienen, könne nicht vom "Ruf zur Einheit" getrennt werden.

Auf der Abschlusspressekonferenz sagte der ÖRK-Generalsekretär, dass anders als vor der Vollversammlung die Gefahr eines Auseinanderbrechens des Weltkirchenrates nicht mehr bestehe. Während der Versammlung hätten die Mitgliedskirchen ein hohes Mass an Reife bewiesen und den Willen erkennen lassen, nicht nur zusammenzubleiben, sondern sich gemeinsam weiterzuentwickeln. Besonders wichtig sei, dass die Ökumene wieder Schwung bekommen hätte, meinte Raiser. Für den Dialog mit den Orthodoxen gibt es nach Einschätzung des ÖRK-Generalsekretärs anders als vor der Vollversammlung nunmehr eine klare Tagesordnung, die die überwiegende Mehrheit der Orthodoxen auch anpacken wolle.

Ein Medienvertreters fragte unter Anspielung auf das Logo des ÖRK, welchen Kurs das "Ökumene-Boot" nun anpeile, antwortete Raiser: "Der Kurs geht auf die offene See." Marion Best, stellvertretende Vorsitzende des neugewählten Zentralausschusses, selbst bei aufkommenden Stürmen gebe es genügend ökumenische Visionäre, die sich nicht davor scheuen, die Fahrt zu wagen.

Harare, 14. Dezember 1998
Ökumenischer Rat der Kirchen
Presse-und Informationsbüro