Eßbare Blätter als Zeichen der Versöhung

ÖRK-Gottesdienst zum 50. Jahrestag der Menschenrechtserklärung

10. Dezember 1998

Kohlähnliche essbare Blätter von einem Markt in Harare wurden in der Morgenandacht der ÖRK-Vollversammlung am 10. Dezember verteilt. Dabei übernahm das ökumenische Gottesdienstteam einen Brauch aus Kirchen Sri Lankas. Dort werden "atable bulath"-Blätter als Zeichen der Versöhnung gegessen. "Wenn Sie die Blätter gemeinsam essen, ist dies ein Zeichen der gegenseitigen Annahme und des Füreinander-Betens," erfuhren die Besucher.

Der Gottesdienst war der Versöhnung der Nationen gewidmet. Blätter vom "Baum des Lebens", so das Vorbereitungsteam, seien eine biblische Vision und sollten an den 50. Jahrestag der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte erinnern. Viele der über 1.000 Besucher im Zelt folgten der Einladung, sich gegenseitig die Blätter zu überreichen und als Teil des Schlussgebetes zu verzehren. Der Chor sang währenddessen ein "Herr erbarme Dich" aus Sri Lanka.

Auf die ungewöhnliche Symbolik angesprochen, sagte Nicholas Lossky, orthodoxer französischer Theologieprofessor, dass er die Arbeit des Vorbereitungsteams sehr schätze und andere Traditionen soweit wie möglich respektiere. "Wir sollten auch im Gottesdienst von einander lernen," so Lossky. Das Verteilen der Blätter habe für ihn als Orthodoxen keinesfalls gotteslästerlich gewirkt.

Harare, 10. Dezember 1998
Ökumenischer Rat der Kirchen
Presse-und Informationsbüro