Achte Vollversammlung des ÖRK mit Jubelrufen und Trommelschägen eröffnet

3. Dezember 1998

Unter Jubelrufen und Trommelschlägen begann die Achte Vollversammlung des Ökumenischen Rat der Kirchen am 3. Dezember mit einem feierlichen Gottesdienst in Harare, Simbabwe. Einige tausend Christinnen und Christen, die aus allen Weltteilen angereist sind, versammelten sich dazu im riesigen Gottesdienstzelt, das auf dem Gelände der simbabwischen Universität aufgebaut worden ist.

Während des Eingangslieds wurde ein hölzernes Kreuz hereingetragen, das Afrika als Gekreuzigten darstellt. Nach Nairobi 1975 ist dies die zweite ÖRK-Vollversammlung in Afrika. Das viereinhalb Meter hohe Kreuz, das afrikanische Alltagsszenen zeigt, hat der simbabwische Holzschnitzer David Guy Mutasa aus sechs ausrangierten Eisenbahnschwellen zusammengestellt.

Afrika sei für viele ein unbekannter Kontinent, von anderen rücksichtslos ausgebeutet, sagte Pfarrerin Eunice Santana aus Puerto Rico in ihrer Predigt. Inspiriert durch das solidarische Handeln Jesu, appellierte sie an die internationale Gemeinde das Evangelium durch persönliches Handeln für die Armen sichtbar werden zu lassen.

Die unterschiedliche konfessionelle und kulturelle Herkunft der Gottesdienstbesucher spiegelte sich in der Liedauswahl wieder. Durch einen 80-köpfigen Chor unterstützt, wechselten afrikanische und orthodoxe Hallelujas mit Liedern aus verschiedenen Kontinenten. Mehrere Lieder riefen die vergangenen sieben Vollversammlungen in Erinnerung, die inzwischen zu Meilensteinen in der Geschichte des ÖRK geworden sind. Während des Kirchentreffens in Harare wird der ÖRK sein 50jähriges Bestehen feiern.

Über 4.700 Christinnen und Christen nehmen an der Vollversammlung teil, darunter fast 1.000 Delegierte von den über 330 Mitgliedskirchen des ÖRK. Unter ihnen sind auch 32 Vertreterinnen und Vertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland. Die römisch-katholische Kirche ist durch eine 25-köpfige Delegation unter Leitung des schottischen Bischofs Mario Conti (Aberdeen) vertreten.

Alle sieben Jahre beruft der ÖRK eine internationale Vollversammlung ein, an der mehrere tausend stimmberechtigte Delegierte und andere Vertreterinnen und Vertreter seiner Mitgliedskirchen teilnehmen. Die Delegierten beschliessen Richtlinien für die Arbeit des Rates in den folgenden Jahren. Die Tagung in Harare steht im Zeichen des biblischen Erlassjahr-Begriffs und widmet sich dem Thema AKehrt um zu Gott -seid fröhlich in Hoffnung@.

Am Vorabend wurden die Gäste aus Deutschland zu einem Empfang eingeladen, der in der Martin-Luther-Kirche in Harare stattfand. Die ursprünglich deutsche Gemeinde ist inzwischen überwiegend englischsprachig. Vorwiegend aus deutschen, tansanischen und simbabwischen Mitgliedern bestehend, ist sie die einzige mehrsprachige Gemeinde der Evanglisch-Lutherischen Kirche in Simbabwe. 

Harare, 3. Dezember 1998
Ökumenischer Rat der Kirchen
Presse-und Informationsbüro