Mandela dankt Weltkirchenrat

Überraschender Besuch auf Vollversammlung in Harare

13. Dezember 1998

Als "Vorkämpfer der Unterdrückten und Ausgebeuteten" hat der südafrikanische Präsident Nelson Mandela den Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) bezeichnet. Für dessen "wahre Solidarität" im Kampf um die Befreiung würden die Völker Südafrikas seiner stets mit Dankbarkeit gedenken. In einer Rede vor rund 3 000 Delegierten und Gästen der Feier zum 50jährigen Bestehen des Weltkirchenrates am Sonntag, 13. Dezember, sagte Mandela, der Einsatz des ÖRK für die Unteilbarkeit der Menschenrechte habe sein Volk stets ermutigt und inspiriert. Mit dem vor 30 Jahren beschlossenen "Programm zur Bekämpfung des Rassismus" habe der Rat Neuland betreten, indem er sich unmissverständlich auf die Seite der Unterdrückten gestellt habe. Heute sei der ÖRK aufgerufen, das gleiche Engagement in dem viel schwierigeren Kampf um Entwicklung und Verteidigung der Demokratie zu zeigen.

Mandelas Besuch auf der Vollversammlung in Harare war kurzfristig angekündigt worden, ursprünglich sollte Vizepräsident Thabo Mbeki an der Feier teilnehmen. In einer Pressemitteilung Mbekis hiess es, Mandela wolle die Gelegenheit nutzen, in seinen letzten Amtstagen dem ÖRK "Lebewohl zu sagen" und für dessen entscheidende Rolle bei der Schaffung von Frieden, Demokratie und Gerechtigkeit zu danken.

Mandela, der in Begleitung des simbabwischen Präsidenten Robert Mugabe zu der Feier erschien, sagte in seiner Rede weiter, dass die errungenen Menschenrechte hohle Worte blieben, wenn es nicht gelinge, den Kreislauf von Hunger, Krankheit, Unwissenheit und Obdachlosigkeit zu durchbrechen. Dies gelte für sein Land, den Kontinent und die ganze Welt. Die Herausforderung bestehe darin, die "erstaunlichen Kräfte der heutigen Weltwirtschaft" zu nutzen, um Armut und Unterentwicklung zu beseitigen.

Harare, 13. Dezember 1998
Ökumenischer Rat der Kirchen
Presse-und Informationsbüro