Power für die Seele

Sportpfarrer Thomas Weber bei der Olympiade in Turin

07. Februar 2006

Von links: Pfarrer Thomas Weber (ev.), Skispringer Michael Uhrmann, Pfarrer Hans-Gerd Schütt (kath.)

Nur noch wenige Sekunden bis zum Startschuss. Ein letztes Mal tief durchatmen und alle Kräfte bündeln. Dann heißt es für jeden einzelnen der 2.500 Olympiasportler bis zum Limit zu gehen und alles zu geben. „Hopp, hopp, hopp“ – werden die Bobfahrer beim Anschieben angefeuert; „Ziiiiiieh“ heißt der Schlachtruf für Springer. Ob angstfrei bei der Abfahrt in die Tiefe, zielsicher durch die Slalomstangen, schnell auf den Kufen durchs Eisstadion: Es herrschen dreizehn Tage Olympiafieber in Turin. Thomas Weber, der neue Olympiapfarrer der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist mittendrin im Geschehen. Sein Auftrag: Power für die Seele!

Zum ersten Mal ist der 45-jährige Gemeindepastor aus dem westfälischen Gevelsberg im Auftrag der EKD für die olympischen Ringe unterwegs und bietet dem 350-köpfigen bundesdeutschen Team seelsorgerliche Hilfe an. Der leidenschaftliche Skifahrer gehört zum Vorstand des Arbeitskreises  "Kirche und Sport" der EKD. Aus seinen Erfahrungen als Sportpfarrer bei den Weltspielen der Studierenden (Sommeruniversiaden) 2003 in Südkorea und 2005 in Izmir weiß er, wie wichtig seelsorgerliche Begleitung im Spitzensport ist. Weber möchte mit seiner Arbeit ganz nah an der Mannschaft sein. "Gemeinsam durch dick und dünn zu gehen und die Erlebnisse von Glück und Leid mit anderen zu teilen – darauf kommt es an", betont er. Diesen Gemeinschaftssinn möchte er an die Sportler in Turin weitergeben.

Zielraum beim Ski aplin

Während die Athleten um Zehntelsekunden kämpfen, ihnen Stress und Leistungsdruck im Nacken sitzen, sorgt Weber für einen ruhenden Gegenpol. Dabei liegt es ihm besonders am Herzen, den Menschen im olympischen Dorf Wege zum Glauben zu zeigen - bei allem was die Sportler bewegt und ihnen auf der Seele liegt. Im religiösen Zentrum bietet er Rückzugsmöglichkeiten - fernab vom hektischen Treiben, belastenden Leistungsdruck und nervigen Medienrummel. Neben vielfältigen Angeboten wie Andachten, Meditationen, Gesängen und Gottesdiensten ist er rund um die Uhr im  Einsatz. Weber hat direkten Zugang zu den drei Olympischen Dörfern in Turin, Bardonecchia und Sestiere, wo die Skiwettbewerbe stattfinden.

"Olympia – das ist ein absolutes Highlight und der Traum jedes Spitzensportlers. Das bedeutet Emotion pur. Für die Sportler sind das Zeiten ganz intensiven Lebens", treffender könnte er es wohl kaum auf den Punkt bringen.
 
Wir bleiben weiter dran am Olympischen Geschehen und berichten exklusiv von den Winterspielen. Wir versprechen emotionale Geschichten mit Tiefgang. In enger Zusammenarbeit mit unserem Pfarrer vor Ort bieten wir einen Blick hinter den olympischen Vorhang, berichten über alles rund um das Thema "Kirche auf Brettern und Kufen".

EKD-Pressemitteilung "Olympiapfarrer Thomas Weber unterwegs nach Turin"

Berichterstattung von Olympischen Spielen im EKD-Internetangebot