Konfessionelle Regenschirme

Windmühlen als Zeichen der Ökumene

22. Februar 2006

Gottesdienst in Porto Alegre

In Europa sei im Augenblick viel von einer Eiszeit der Ökumene die Rede, erklärte der Präsident des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes, Thomas Wipf, in der Plenarsitzung zum Thema "Kirchliche Einheit" während der 9. Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) im brasilianischen Porto Alegre. „Aber hier erlebe ich den Sommer." Wann immer auf dem Campus der Päpstlichen Universität, wo die Vollversammlung stattfindet, ein Regenschauer niedergehe, "finde ich einen orthodoxen, protestantischen oder anglikanischen Regenschirm, der mir aushilft."

Auf besondere Weise wurde die Atmosphäre der Vollversammlung in den zahlreichen Gottesdiensten deutlich, die am Sonntag in örtlichen Gemeinden von Porto Alegre gefeiert wurden. Die Gemeinden hatten besondere Programme vorbereitet, in vielen Kirchen predigten die Gäste, die Gottesdienste waren mehrsprachig. In der Kathedrale der Heiligen Dreieinigkeit erhielten die Gäste zum Schluss nicht nur ein liebevoll zubereitetes Mittagessen, sondern auch bunte Windmühlen aus Papier. "Wir sind bunt und wir werden vom Wind – nämlich vom Geist Gottes – bewegt." erklärte der Pastor. Der Gottesdienst dauerte fast zwei Stunden – nicht ungewöhnlich an diesem Morgen, wie die Besucher anderer Gottesdienste bestätigten. Dazu trugen besondere Programmpunkte wie die herzliche Begrüßung der ÖRK-Delegierten bei. So fragte etwa der Pastor in der Dreieinigkeitskathedrale nacheinander die verschiedenen Regionen der Welt ab. Die Gäste aus der weltweiten Ökumene durften sich jeweils dann erheben, wenn die Region genannt wurde, aus denen sie kamen. Jede dieser Gruppe wurde mit begeistertem Applaus gefeiert.

Doch auch Familientreffen können sich unter den Delegierten und den weiteren Teilnehmern (insgesamt rund 4.000 Menschen) auf der ÖRK-Vollversammlung ereignen: Inmitten der Open-Air-Party zum Südamerika-Thementag hörte Kirchentagspastor Jan Janssen deutsche Stimmen. Er fragte nach und wurde dabei auf das Namensschild der Teilnehmerin aufmerksam. Sie hatte den gleichen Namen wie seine Mutter - und stellte sich als Janssens Cousine heraus.

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