Sakralbauten der Weimarer Republik

Drei Architekturmodelle verdeutlichen die Rolle der Religion nach dem ersten Weltkrieg

14. März 2006

Christkönigkirche in Mainz

Es ist wohl das erste architekturhistorische Projekt, das die EKD, der katholische Verband der Diözesen Deutschlands und der Zentralrat der Juden in Deutschland gemeinsam gefördert haben. Nun stehen die Modelle zweier Kirchenbauten und einer Synagoge nebeneinander in der Abteilung zur Geschichte der Weimarer Republik des Deutschen Historischen Museums in Berlin. Die evangelische Auferstehungskirche in Essen, die katholische Christkönigkirche in Mainz-Bischofsheim und der Tempel der Hamburger jüdischen Reformgemeinde stehen exemplarisch für Sakralbauten der großen Religionsgemeinschaften in der Epoche nach dem ersten Weltkrieg.

Erbaut wurden sie von „Bet Tfila“, der Forschungsstelle für jüdische Architektur in Europa, die zum Fachgebiet Baugeschichte der TU Braunschweig und dem Center for Jewish Art der Hebrew University of Jerusalem gehört. Vor knapp zwei Jahren wandte sich das Deutsche Historische Museum mit der Frage an die Forschungsstelle, ob sie für die neue Dauerausstellung im Zeughaus unter den Linden nicht Architekturmodelle von Gotteshäusern zur Verfügung stellen könnten.

Für eine solche Ausstellung mussten Bauwerke ausgewählt werden, an denen sich möglichst viele geschichtliche und architektonische Aspekte ablesen lassen, erklärt der Leiter des Projektes, Ulrich Knufinke. „Die Christkönigkirche, die Auferstehungskirche und der Hamburger Tempel repräsentieren in großer Klarheit die spezifischen religiösen Handlungen und Ideen der drei Glaubensrichtungen.“ Als herausragende Beispiele der Architektur dieser Zeit verbinden sie traditionelle Bauformen mit Prinzipien moderner Gestaltung.

Am Mittwoch, 15. März, werden die Modelle im Rahmen einer Vortragsveranstaltung um 17.30 Uhr an das Museum übergeben. Die Dauerausstellung, in der die Modelle ihren Platz finden werden, wird am 2. Juni durch die Bundeskanzlerin eröffnet.

Das Deutsche Historische Museum Berlin im Internet