Wenn die Seele baumeln darf

Deutschsprachige Tourismusseelsorge in Europa

31. Juli 2006

Die Feier von Gottesdiensten im Grünen, auf Bergen, am Strand und an Seen kann als "Spielbein" kirchlichen Handelns neben dem Sonntagsgottesdienst in der Kirche bezeichnet werden. So der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber, zu den Tourismusseelsorgern, für die nun wieder Hochkonjunktur herrscht. Die Erfahrung zeige, dass viele Menschen gerade im Urlaub Kontakt zur Kirche suchen und für Glaubenserfahrungen offen sind. Auch in diesem Jahr entsendet die EKD wieder mehr als 180 evangelische Pfarrerinnen und Pfarrer als Tourismusseelsorger auf Zeit ins europäische Ausland.

Der größte Teil der Seelsorgerinnen und Seelsorger ist für vier Wochen in den Urlaubsorten präsent. Neben dem kurzzeitigen Dienst gibt es auch eine "Langzeit-Tourismusseelsorge": An der Algarve, auf Rhodos, Kreta, Malta und in Alanya sind Pfarrerinnen und Pfarrer der EKD für mehrere Monate beauftragt. Auf Mallorca, Gran Canaria und Teneriffa sowie an der Costa del Sol und der Costa Blanca sind hauptamtliche Tourismuspfarrstellen eingerichtet, die ganzjährig besetzt sind.

Die meisten Tourismusseelsorgerinnen und -seelsorger sind im Nachbarland Österreich an insgesamt 53 Orten eingesetzt. Zudem wird Urlauberseelsorge in Dänemark, Frankreich, Griechenland, Italien, Lettland, Litauen, den Niederlanden, Polen, an der Türkischen Riviera, in Ungarn und Zypern angeboten.

Kirche am Urlaubsort sei einer der wenigen wachsenden kirchlichen  Bereiche, hat der Ratsvorsitzende bei einer Konsultation zu Tourismus und Urlaubseelsorge im Juni hervorgehoben. Die Angebote für Touristen und Touristinnen stelle ein beispielhaftes Handlungs- und Lernfeld für die ganze Kirche dar, bei dem in besonderer Weise einladende Formen kirchlicher Arbeit,  inklusive der  "Kernangebote" wie Verkündigung und Feier der Sakramente gefragt sei. "Für viele kirchenungeübte Menschen ist es nicht nur ungewohnt, sondern in einem positiven Sinn überraschend, einen vollen und lebendigen Gottesdienst am Urlaubsort zu erleben." Dies wirke auch im Blick auf ihr Bild von Kirche und ihre Erwartungen an Kirche zuhause.