Weichen für die Zukunft stellen

GEKE tagt vom 12. bis 18. September in Budapest

11. September 2006

Lutheraner, Reformierte, Unierte, aber auch vorreformatorische Kirchen wie Hussiten und Waldenser, dazu noch Methodisten: Sie alle sind Teil des weltweiten protestantischen Spektrums, das freilich noch viel mehr Facetten hat. Um auf europäischer Ebene ihrer Stimme hörbar Ausdruck zu verleihen, haben die genannten Kirchen die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) gegründet. Diese innerprotestantische Ökumene hat erst vor wenigen Jahrzehnten zusammengefunden. Viel theologische Grundlagenarbeit war nötig – und natürlich der Wille, sich überhaupt zu verständigen. 1973 entstand die „Leuenberger Konkordie“ – das Dokument, auf das sich inzwischen 105 protestantische Kirchen verständigt haben. Auf dem Leuenberg bei Basel wurde vereinbart, dass sich die Unterzeichnerkirchen der Konkordie gegenseitig anerkennen und künftig durch Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft miteinander verbunden sind.

„Einheit in versöhnter Verschiedenheit“ – so lautet das Leitmotiv, das hinter der GEKE steht. Nicht allein die versöhnte Verschiedenheit ist das Ziel, dass Trennendes seinen trennenden Charakter verliert, sondern eine Einheit, die dem Protestantismus in Europa auch eine unüberhörbare Stimme gibt.

Die GEKE veranstaltet vom 12. bis 18. September in Budapest ihre 6. Vollversammlung. Sie steht unter dem Thema „Gemeinschaft gestalten – Evangelisches Profil in Europa“. Eines der Hauptreferate wird der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Dr. Wolfgang Huber, halten.

Neben der Arbeit am Vollversammlungsthema muss die GEKE auch die Weichen für die Zukunft stellen. So wird z.B. ein neuer Exekutivausschuss gewählt, der die Geschäfte zwischen den Vollersammlungen führt, sowie ein dreiköpfiges Präsidium. An der Spitze der GEKE steht die in Straßburg lehrende Theologieprofessorin Dr. Elisabeth Parmentier. Ihre Stellvertreter sind der Präsident des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes, Pfarrer Thomas Wipf (Bern), und der Direktor des Seminars für Reformierte Theologie, Prof. Dr. Michael Beintker (Münster). Auch ein neuer Sekretär wird gewählt, der das Büro der GEKE leitet. Dr. Wilhelm Hüffmeier, Präsident der Kirchenkanzlei der Union Evangelischer Kirchen (UEK), tritt in dieser Funktion in den Ruhestand. Das Sekretariat der GEKE soll nach fast zwei Jahrzehnten – so eine Empfehlung, die der Vollversammlung vorliegt – nach Wien übersiedeln und künftig von der Evangelischen Kirche geleitet werden.

Gemeinschaft Europäischer Kirchen in Europa (GEKE)

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