Wo Röntgen die Strahlen entdeckte

Innovative Stimmung in Würzburg

02. November 2006

Gedenktafel für Röntgen im Botanischen Garten Würzburg

Im Jahr 1901 bekam der Würzburger Naturwissenschaftler Wilhelm Conrad Röntgen den ersten Nobelpreis für Physik „als Anerkennung des außerordentlichen Verdienstes, das er sich durch die Entdeckung der nach ihm benannten Strahlen erworben hat“. Sechs Jahre zuvor hat der Professor für Physik und Rektor der dortigen Universität die X-Strahlen entdeckt, die unter Missachtung seines späteren Testaments offiziell als „Röntgenstrahlen“ benannt wurden. Welch verschlungene Wege die Wissenschaft dabei gehen kann, zeigt das Leben des als introvertiert geltenden Wissenschaftlers, der 1845 in Lennep, einem heutigen Stadtteil von Remscheid geboren wurden: So hat die Universität Würzburg zu Beginn der 70er Jahre des 19. Jahrhunderts seine Habilitationsschrift abgelehnt, weil Röntgen kein Abitur hat. Über Straßburg, Hohenheim und Gießen kam er dann 1887 wieder nach Würzburg. Ein Zufall sei es gewesen, so wird berichtet, dass er die Röntgenstrahlen entdeckt habe. So hat Wilhelm Conrad Röntgen seine Entdeckung nie patentieren lassen. Er sei der Auffassung, „dass seine Erfindungen und Entdeckungen der Allgemeinheit gehören und nicht durch Patente, Lizenzverträge und dergleichen einzelnen Unternehmen vorbehalten bleiben dürften“. 1923 starb Röntgen in München und wurde – wie es sein Wunsch war – auf dem Alten Friedhof in Gießen begraben.

Die Geschichte der Röntgenstrahlen mag ein Beispiel sein, dass Würzburg ein gutes Pflaster für innovative Ideen ist, liegt doch das Universitätsgebäude, in dem Röntgen seine Entdeckung gemacht hat, nur wenige hundert Meter vom Congress Centrum Würzburg entfernt. Dort trifft sich von Sonntag, 5. November, bis Donnerstag, 10. November, die Synode der EKD. Auf der umfangreichen Tagesordnung steht auch eine Diskussion über das Impulspapier „Kirch der Freiheit“, das der Rat der EKD im Juli veröffentlicht hat. Dort werden auf über einhundert Seiten Überlegungen vorgestellt, wie sich die evangelische Kirche in den nächsten 25 Jahren verändern kann, um den Herausforderungen einer sich ändernden Gesellschaft zu bestehen. Nun kann die Diskussion in der Synode zeigen, wie innovativ die Luft am Main ist.

Weitere Informationen über die Tagung der EKD-Synode in Würzburg

EKD-Zukunftskongress "Kirche der Freiheit"