Die wichtigsten Nachrichten waren gute

Hoffnung, dass die guten Nachrichten 2007 überwiegen

29. Dezember 2006

Verschlungener Weg in einer Winterlandschaft

Der Rückblick auf das zu Ende gehende Jahr bringe Erinnerungen an gute Nachrichten, aber auch die schlechten will der Vorsitzende des Rates der EKD, Bischof Wolfgang Huber nicht unterdrücken. In der Berliner Boulevardzeitung BZ macht er Mut für 2007:

„‚Nur schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten.’ Diese Regel für erfolgreiche Zeitungen oder Nachrichtensendungen gehört der Vergangenheit an. Das Jahr 2006 zeigt, dass die Menschen auch durch gute Nachrichten erreicht werden. Ja, sie haben eine Sehnsucht nach dem, was gelingt.

Die wichtigsten Nachrichten des zurückliegenden Jahres waren gute Nachrichten. Die Fußball-WM war ein rauschendes Fest. Sie ist gelungen, obwohl Deutschland „nur“ Dritter wurde. Die Welt war wirklich „zu Gast bei Freunden“. Und „Fanmeile“ wurde zum Wort des Jahres – ob wir so etwas noch einmal erleben? Der neue Berliner Hauptbahnhof ist eindrucksvoll, auch wenn jetzt über eine Decke und die Länge eines Glasdachs gestritten wird. Der Papst besuchte seine bayerische Heimat. Er wurde freundlich aufgenommen, obwohl er die evangelische Kirche immer noch nicht als Kirche würdigte. Auch seine Äußerungen zum Islam führten nicht zu gewaltsamen Ausbrüchen, wie manche befürchteten. Die Familie wurde zum wichtigsten Thema des Jahres. Viel wurde darüber diskutiert. Und viele haben wieder Mut zur Familie gefasst. Auch Mut zu Kindern. Das geht hoffentlich so weiter. Ich bin davon überzeugt: Die Familie ist auch das wichtigste Thema für das Jahr 2007.

Natürlich können wir die schlechten Nachrichten nicht verdrängen. Der Karikaturenstreit hat Hass und Gewalt geschürt. Der Mord an der russischen Journalistin Anna Politkowskaja ist noch immer nicht aufgeklärt, der sich ausgerechnet am 54. Geburtstag des russischen Präsidenten Putin ereignete. Geheimnisumwittert ist auch die Vergiftung des Geheimdienstagenten Litwinenko durch Polonium – einfach bei einer Tasse Tee. Dunkle Erinnerungen verbinden sich mit dem Krieg ohne Sieger, den sich die Hisbollah-Kämpfer im Libanon und Israel in diesem Sommer lieferten. Und dunkel sieht es auch in der westsudanesischen Provinz Darfur aus, wo das Gemetzel zwischen verfeindeten Stämmen weiter geht.

Was wünschen wir für das Jahr 2007? Dass es mehr gute als schlechte Nachrichten aufzuweisen hat! Zu den guten Nachrichten könnte gehören, dass der wirtschaftliche Aufschwung weiter geht und viele erreicht. Dass die Zahl der Arbeitslosen sinkt und junge Leute die richtigen Ausbildungsplätze finden. Zu den guten Nachrichten könnte gehören, dass Kinder und Jugendliche nicht sich selbst überlassen werden. Und dass Alte sich auf unseren Straßen nicht fürchten. Es gibt genug Gutes zu tun im Jahr 2007.

Zu all dem passt ein Bibelwort des Propheten Jesaja, das über dem ganzen neuen Jahr stehen wird: ‚Gott spricht: Siehe, ich will ein Neues schaffen, jetzt wächst es auf, erkennt ihr’ s denn nicht?’

Ich wünsche Ihnen Gottes Segen im Jahr 2007. Bleiben Sie behütet!“