Durch Werte führen

Über 3000 christliche Führungskräfte treffen sich zu Kongress in Leipzig

19. Januar 2007

"Führen Christen anders?"- "Burnout verstehen, erkennen und vorbeugen" - "Praktische Schritte zur Existenzgründung" - "Mitarbeiter werden Mit-Unternehmer" dies sind nur einige der Themen der über 40 Seminare und Foren auf dem Kongress christlicher Führungskräfte, der von der evangelischen Nachichtenagentur idea in Zusammenarbeit mit einem Unternehmen zur Herstellung von Zeitplansystemen veranstaltet wird.

Begleitet wird der Kongress, der noch bis Samstag in Leipzig stattfindet, von einen bunten Ausstellungsprogramm. So präsentieren sich Missionswerke, Unternehmensberatungen, christliche Initiativen und Unternehmen einiger Kongressteilnehmer. Auch die Evangelische Kirche in Deutschland ist mit einem Stand vertreten, auf dem sie ihre vielfältige Medienarbeit vorstellt. Der rege Besucherstrom am Stand zeigt, wie groß das Interesse an diesem Angebot ist. Kontaktbörsen erleichtern es, Beziehungen unter den Teilnehmenden zu knüpfen.

Beim Kongress christlicher Führungskräfte geht es aber auch um Grundsätzliches: Zum Beispiel, wie Christinnen und Christen in Führungspositionen Verantwortung wahrnehmen können. Der Tagungsort Leipzig hat dabei auch Symbolcharakter, denn die Friedensdemonstrationen, die vor 17 Jahres in der Nikolaikirche ihren Ausgangspunkt hatten und zur friedlichen Revolution in der DDR führten, beweisen, welche Auswirkungen möglich sind, wenn Christen aktiv ihre Verantwortung für die Gesellschaft wahrnehmen. Für christliche Unternehmerinnen und Unternehmer geht es dabei vorrangig auch um Verantwortlichkeit in ihrem wirtschaftlichem Handeln, wie persönlicher Glaube sich in unternehmerischen Handeln ausdrücken kann, welche Werte ihrem Handeln zugrunde liegen.

"Woran du aber dein Herz hängst, das ist dein Gott", unter diese Überschrift stellte der EKD-Ratsvorsitzende Bischof Wolfgang Huber seinen Vortrag auf dem Kongress. Diese Frage aus Luthers Auslegung des ersten Gebotes im Großen Katechismus stellt sich - so Huber - auf besondere Weise für Menschen in Führungsverantwortung - sei es in der Kirche, sei es in Unternehmen, sei es in Parteien oder Gewerkschaften, denn „der Mensch ist nicht um der Wirtschaft willen da, sondern die Wirtschaft ist um des Menschen willen da."

Es gelte daher, die „Wirtschaft als menschliche Tätigkeit zu achten und die Verantwortung ernst zu nehmen, die sich daraus ergibt“, denn wer nur das Geld und nicht die Verantwortung für andere in den Mittelpunkt rückt, für den wird der „der Kontoauszug zur Bibel, der Quartalsbericht zur Offenbarung, die Lektüre der Aktienkurse zur täglichen Andacht und das Portemonnaie zum Hausaltar“.