Hilfe für die Flutopfer

Diakonie Katastrophenhilfe bittet um Spenden

08. Februar 2007

Ein Großteil der indonesischen Hauptstadt Jakarta liegt seit den Monsunregenfällen von vergangener Woche unter Wasser. Bis zu 340.000 Menschen mussten auf der Flucht vor den Fluten ihre Häuser verlassen. Pastor Timo Garthe hat Glück gehabt. Wie die meisten westlichen Ausländer wohnt er in einem höher gelegenen Wohnviertel der indonesischen Hauptstadt, die von den Überschwemmungen verschont geblieben sind. Der Pfarrer der deutschsprachigen evangelischen Gemeinde lebt seit einem halben Jahr mit seiner Frau Manuela und seinen zwei Söhnen Daniel (11) und Samuel (9) in Jakarta.

Pfarrer Garthe steht in engem Kontakt mit dem Dachverband der indonesischen Kirchen, der  als Sofortmaßnahme mit der Verteilung von Nahrung und Kleidung hilft. Am Telefon schilderte er, dass unzählige Menschen an den Sammelplätzen ausharren und aus Booten oder improvisierten Flößen versorgt werden müssen. Gomar Gultom, Leiter der Diakonieabteilung des indonesischen Kirchenrats warnte davor, nach den Sofortmaßnahmen und der Katastrophenhilfe zur Tagesordnung zurückzukehren. Überschwemmungen seien zwar nichts Unnatürliches in dieser Region, aber am Ausmaß der Schäden einschließlich der vielen Todesfälle seien die Menschen schuld. Das Kanalisationssystem sei vernachlässigt worden, ein Großteil des Hausmülls werde bislang in die Flüsse und Kanäle geworfen.

"Die Regenzeit ist bisher fast ohne Niederschläge verlaufen", ergänzt Pastor Garthe, "So konnte man sehen, dass die ohnehin verschmutzten Wasseradern durch die maßlose Anhäufung vom Müll völlig verstopft waren." Früher sei hier der Unrat offensichtlich in regelmäßigeren Abständen vom Regen fortgespült worden, doch nicht zuletzt als Auswirkung der massiven Waldrodungen in Indonesien seien massive klimatische Veränderungen zu beobachten, besonders, was den Wechsel und die Intensität von Regen- und Trockenzeiten angeht.

Die Behörden befürchten den Ausbruch von Seuchen. Zehntausende der ärmsten Bewohner der Hauptstadt sind nach Medienberichten auch weiterhin ohne Obdach. Nach Schätzungen der indonesischen Regierung beläuft sich der durch das Hochwasser entstandene Schaden auf rund 348 Millionen Euro. Allein in der Hauptstadt kamen 44 Menschen ums Leben; in benachbarten Provinzen auf der Insel Java wurden weitere 12 bei Überschwemmungen und Erdrutschen getötet. Die Behörden schätzten die Gefahr eines Ausbruchs von Seuchen wie Typhus oder Cholera wegen des verunreinigten Wassers nach wie vor hoch ein. Mehr als 28.000 Menschen hätten sich bereits mit Hochwasser-bedingten Beschwerden wie Hautausschlag oder Atemwegs- und Magen- und Darmerkrankungen in den Notfallstationen behandeln lassen, hieß es.

Zur Unterstützung der indonesischen Kirchen und anderen Hilfsorganisationen bittet die Diakonie Katastrophenhilfe um Spenden auf das folgende Konto:
Konto 502 707, Postbank Stuttgart, BLZ 600 100 70

Spenden sind auch oline auf den Seiten der Katastrophenhilfe möglich