Die "Gensfleisch-Revolution"

Gutenberg und seine Druckkunst

8. Mai 2000

Die Geschichten der Bibel können Menschen von heute in über 2.000 verschiedenen Sprachen gedruckt lesen. Dass sie nicht mehr lateinisches Geheimwissen einer theologischen Elite sind, haben wir nicht nur Martin Luther zu verdanken, sondern auch Johannes Gutenberg. Sein 600. Geburtstag wird in diesem Jahr gefeiert.

Mythen ranken sich um die Person des Mainzer Patriziersohnes (Johannes "Henne" Gensfleisch zum Gutenberg) ebenso wie um Stationen seines Lebens. Fest steht aber, dass Gutenberg durch die Erfindung der beweglichen Einzelbuchstaben und die Verbesserung der Drucktechnik die damalige Welt "revolutioniert" hat. Einzigartige Werke hat Gutenberg mit seiner Technik geschaffen, man denke nur an die "42-zeilige Bibel", die im Gutenbergmuseum zu besichtigen ist.

Wie hätte Luthers Gedankengut verbreitet werden können, wenn es nicht diese neue Art der Drucktechnik gegeben hätte? Heute ist für uns der Umgang mit Medien jeglicher Art vertraut, doch für die Kirchen eröffneten sich damals neue Formen für die Kommunikation des Evangeliums. "Wissen" und Botschaften erreichen immer mehr Menschen. So steht letztlich die Buchdruckkunst auch in der Spannung zwischen dem Bewahren guter Tradition und dem Aufbruch zu neuen Kommunikationsformen. Aber es stellt sich doch die Frage: Wollen die Menschen eigentlich wirklich, dass alle alles wissen können?



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