Den Menschen das Recht auf Schutz gewähren

Weltflüchtlingstag 2012

22. Juni 2012

Flüchtlinge auf einem überfüllten Schiff

Am Weltflüchtlingstag wurde in der Marktkirche Hannover die Ausstellung "Bootsflüchtlinge. Das tägliche Drama vor und hinter den Toren Europas" eröffnet. In berührenden Bildern wird die Lage von Flüchtlingen geschildert, deren Fluchtweg über das Meer vor Verfolgung, Krieg und Vertreibung in ihren Heimatländern nur selten in die Sicherheit führt.

Aktuell befinden sich nach Schätzungen des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen (UNHCR) 43 Millionen Menschen auf der Flucht, wobei 26 Millionen davon als Binnenvertriebene in den Grenzen des eigenen Landes Zuflucht suchen. Der Rest versucht auf zum Teil lebensgefährlichen Wegen in Europa und Nordamerika Schutz zu erlangen. Für viele endet die Flucht in überfüllten Flüchtlingslagern unter katastrophalen Bedingungen, wie etwa im Lager Schuscha an der tunesisch-libyschen Grenze.

Anlässlich der Ausstellungseröffnung diskutierten gestern in der Marktkirche Vertreterinnen und Vertreter des niedersächsischen Innenministeriums, Pro Asyl, der Stadtverwaltung Hannover, der Organisation "Boats4People" und der EKD über die Umsetzung eines Resettlementprogramms für Flüchtlinge, wie es di e Innenminister der Bundesländer im Dezember 2011 beschlossen hatten. Einig war man sich dabei, dass die zunächst verabredete Zahl von jeweils 300 Personen für die nächsten drei Jahre die Möglichkeit bietet, funktionierende Aufnahmestrukturen zu schaffen, um auf eine eventuelle Ausweitung des Programms gut vorbereitet zu sein. Eine enge Zusammenarbeit mit kirchlichen wie anderen zivilgesellschaftlichen Gruppen sei dafür notwendig, sagte Andrea Kothen von Pro Asyl und Sprecherin der bundesweiten "Save-me-Kampagne".

Der Vorsitzende der Kammer für Migration und Integration der EKD, Kirchenpräsident Dr. Volker Jung, bekräftigte im Rahmen der Weltflüchtlingstags die Position der Kirchen, sich für die Aufnahme von besonders schutzbedürftigen Personen einzusetzen. "Gerade angesichts der vielen Menschen, die in Flüchtlingslagern festsitzen sind, und weder weiterziehen noch in ihre Herkunftsländer zurückkehren können, müssen wir die Neuansiedlung von Flüchtlingen engagiert und mit offenen Herzen vorantreiben." Das sei ein Gebot der Menschlichkeit, so Jung weiter.

Die Ausstellung ist noch bis zum 27. Juni in der Marktkirche Hannover täglich außer sonntags zwischen 10.00 und 18.00 Uhr zu besichtigen.



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