Irak-Konflikt: Thüringer Bischof warnt vor Schuldzuweisungen

Erfurt (epd). In der Diskussion um die wachsende Kriegsgefahr im Irak hat der Thüringer Landesbischof Christoph Kähler nachdrücklich vor «übereilten und einfachen» Schuldzuweisungen gewarnt. Ein «blinder Anti-Amerikanismus» sei in der gegenwärtigen Krise ebenso wenig angebracht wie eine «pauschale Verurteilung des Islam», betonte Kähler in einem Beitrag für die in Erfurt erscheinende Tageszeitung «Thüringer Allgemeine» (Donnerstagsausgabe).

Eine militärische Auseinandersetzung in der Golfregion sei nicht zu rechtfertigen, unterstrich Kähler. Der internationalen Öffentlichkeit lägen für «die behauptete Schuld und die behaupteten aggressiven Absichten der irakischen Regierung» bisher keine «rechtlich geprüften Beweise» vor. Zugleich betonte der Bischof, es gebe gute Gründe, Saddam Hussein zu misstrauen. Sein Kriegswille und seine Bereitschaft, Massenvernichtungsmittel auch gegen die eigene Bevölkerung einzusetzen, hätten mehrfach entsetzliche Folgen gehabt.



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