Kock: Alle Bürger tragen Verantwortung für Gemeinwohl

Berlin (epd). Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Manfred Kock, hat alle Bürger gemahnt, sich für das Gemeinwesen verantwortlich zu fühlen. Die Verantwortung dürfe nicht «auf den Staat» abgewälzt werden, sagte Kock laut vorab verbreitetem Manuskript am Donnerstagabend in Berlin beim jährlichen Johannisempfang der EKD.

Kock räumte ein, dass es nicht leicht sei, sich mit schwierigen Themen wie Globalisierung oder Sozialreformen auseinanderzusetzen. Für Christen seien diese Fragen einfacher zu beantworten, so der oberste Repräsentant der evangelischen Kirche. Christen könnten durch die Stütze des Glaubens leichter neue Wege wagen.

Die Geschichte Deutschlands habe gezeigt, was passiere, wenn die Verantwortung für das Gemeinwohl allein der Obrigkeit, dem «Führer», zugeschrieben werde und vom einzelnen Christenmenschen schlicht Gehorsam verlangt werde, sagte Kock mit selbstkritischem Blick auch auf die Kirchengeschichte.

Der Ratsvorsitzende hob die besondere Stellung von Christen in der Politik hervor. Sie sollten als Korrektiv dazu beitragen, dass Politik zwischen Machterwerb und Machterhalt nicht zum Selbstzweck werde. «Wir brauchen keine Taktiker und keine Trickser, wir brauchen Menschen, die die konstruktiven und  schöpferischen Seiten ihrer beruflichen Motivation einbringen.»

Kock dankte dem langjährigen Präses der EKD-Synode und SPD-Politiker Jürgen Schmude, der ein Brückenbauer zwischen Politik und Kirche gewesen sei. Nach 18 Jahren hatte Schmude im Mai sein Amt als Präses aufgegeben. Seine Nachfolgerin Barbara Rinke nahm ebenfalls am Johannisempfang teil. (06833/26.6.2003)



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