EED: WTO-Gipfel macht Welthandel nicht gerechter

epd-Logo Hongkong (epd). Die WTO-Konferenz in Hongkong wird nach Einschätzung des Evangelischen Entwicklungsdienstes (EED) den Welthandel nicht gerechter machen. "Die großen Konflikte wurden ausgeklammert, und für die Armutsbekämpfung gab es keinen Durchbruch", bilanzierte der EED-Handelsexperte Michael Frein am Sonntag in einem epd-Gespräch in Hongkong kurz vor Abschluss der Ministerkonferenz der Welthandelsorganisation (WTO).

Dass die Europäische Union eine Frist bis 2013 für die Abschaffung ihrer Agrarexportsubventionen zusagte, bezeichnete Frein als absolut überfällig. Dies werde Kleinbauern im Süden der Welt helfen, die unter unfairen Billigimporten leiden. "Die EU hat von ihrer Agenda ordentlich Federn lassen müssen", unterstrich er.

Zu Industriegütern und Dienstleistungen gab es nach seinen Worten in Hongkong "halbgare Beschlüsse", die Interpretationen zuließen. Entwicklungsländer müssten demnach über eine Marktöffnung für Industriegüter und Dienstleistungen verhandeln, hätten aber auch die Möglichkeit, andere Auswege zu finden.

Das so genannte Entwicklungspaket der Konferenz schreibt laut Frein nur die Praxis der EU fest, den 50 ärmsten Ländern unbeschränkt zollfreie Einfuhren zu ermöglichen. Ausnahmen davon sind bislang noch Zucker, Bananen und Reis. Die USA und Japan hätten der WTO- Vereinbarung zufolge nun die Möglichkeit, etwa Zölle auf Textilien aus Bangladesch aufrecht zu halten.

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