Kirchen sind oft Markenzeichen einer Region

epd-Logo Oldenburg/Berlin (epd). Kirche und Tourismusbranche sollten nach Ansicht des Oldenburger Bischofs Jan Janssen mehr Verständnis und Rücksicht füreinander aufbringen. "Die gegenseitige Scheu könnte weiter abgebaut werden", sagte er bei der Internationalen Tourismusbörse in Berlin im epd-Gespräch. Kirchen seien die Kennzeichen, oft sogar die Markenzeichen einer Region. "Das gilt in Burgund wie in Athen oder an der Nordseeküste", sagte Janssen, der bei der ITB an einer Podiumsdebatte teilnahm. Die weltweit führende Tourismusmesse läuft noch bis zum Sonntag auf dem Berliner Messegelände.

Oft seien die Kirchen selbst schon touristische Attraktionen. "Die alten Quaderstein-Kirchen laden mit ihrer im positiven Sinne urigen Atmosphäre ein zum seelischen Durchatmen", sagte der Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg. Das zeigten viele Gästebücher in den Kirchen. Für die einen böten die durchbeteten Mauern die Möglichkeit zur tiefen Reflexion, für die anderen die Gelegenheit zu einem kurzen Stoßgebet. "Kirchen bieten mehr als bloß körperliche Wellness."

"Wir haben selbst unsere kirchlichen Räume erst wiederentdecken müssen", sagte Janssen. Heute laden viele Kirchen mit dem Siegel für verlässlich geöffnete Kirchen die Urlauber ein. In der Wesermarsch an der Nordseeküste gebe es zahlreiche von ehrenamtlichen Mitarbeitern der Kirchen ausgearbeitete Fahrradtouren von Kirche zu Kirche. "Es muss nicht immer der Kersosin-Urlaub um jeden Preis sein. Sondern: Entdecke deine Region, deine Herkunft, deine Schätze vor Ort." In Deutschland seien 1.000 Jahre Kirchengeschichte zu entdecken.

Bei der ITB in Berlin präsentieren mehr als 11.000 Aussteller aus 187 Länder ihre Produkte und Dienstleistungen. Die Messe zog im vergangenen Jahr rund 170.000 Besucher an.

12. März 2010

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