EKD-Friedensbeauftragter dringt auf Strategiewechsel in Afghanistan

epd-Logo Loccum (epd). Die Frage nach einer neuen deutschen Strategie in Afghanistan ist nach Auffassung des Friedensbeauftragten der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Renke Brahms, drängender denn je. Das habe der Tod von drei deutschen Soldaten deutlich gemacht, sagte Brahms am Mittwoch vor Beginn einer Expertenkonferenz im niedersächsischen Loccum. Bis Freitag diskutieren in der Evangelischen Akademie knapp 80 Vertreter aus Politik, Bundeswehr, Kirchen und Friedensorganisationen über den Vorrang für zivile Hilfen am Hindukusch.

Am Karfreitag hatten radikalislamische Taliban nahe Kundus drei deutsche Soldaten getötet, acht weitere wurden verletzt. Bei den bislang schwersten Gefechten seit Beginn des Afghanistan-Einsatzes der Bundeswehr vor acht Jahren wurden auch sechs afghanische Soldaten von deutschen Soldaten getötet. "Mein Mitgefühl gilt den Angehörigen der Opfer und den verletzten Soldaten", sagte Brahms dem epd. Es sei ein Teil kirchlicher Verantwortung, die öffentliche Debatte über den Afghanistan-Einsatz fortzusetzen, wie dies nun in Loccum geschehe.

Die internationale Staatengemeinschaft hatte Ende Januar in London einen Strategiewechsel in Afghanistan vereinbart. Der Weg dorthin sieht die Aufstockung und Ausbildung afghanischer Militär- und Polizeikräfte sowie verstärkte Anstrengungen im Zivilen vor. Hauptziele sind die schrittweise Übergabe der Verantwortung in afghanische Hände und ein Versöhnungsprozess mit den aufständischen Taliban.

07. April 2010

Das Programm der Tagung in Loccum

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