„Hinschauen in Vereinen, Nachbarschaft und Familie“

Bischof Noack zum Jahrestag der Befreiung des Lagers Auschwitz

Evangelische Kirche der Kirchenprovinz Sachsen

24. Januar 2007

Mehr Zivilcourage gegenüber Neonazis. Das fordert der Magdeburger Bischof Axel Noack anlässlich des 62. Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz am 27. Januar 2007. Außerdem ermuntert der Leitende Geistliche der Kirchenprovinz Sachsen Vereine, Kirchengemeinden und Kommunen dazu, sich an der Tagung „Herausforderung Rechtsextremismus“ in Lutherstadt Wittenberg am 21. Februar zu beteiligen.

„Das neue Jahr fängt so an, wie das alte aufgehört hat. Nach Pömmelte, Pretzien, Parey nun Sangerhausen und Magdeburg. So etwas darf eine Gesellschaft keinesfalls tolerieren. Worin Rechtsextremismus gipfelt, das lässt sich am ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz erkennen“, sagt der Leitende Geistliche der Kirchenprovinz Sachsen. „Die Menschenketten und die Mahnwachen sind eine Möglichkeit, wie die Bürgerinnen und Bürger Sachsen-Anhalts friedfertig und entschlossen jedweder Geschichtsvergessenheit der Neonazis entgegen treten können. Es braucht aber mehr: Nicht nur einige, alle Menschen sind gefordert, mit einem klaren Nein braunen Gedanken und Methoden zu begegnen. Im Verein, auf der Arbeit, am Stammtisch, in der Nachbarschaft und Familie. Denn die Erfahrung zeigt, wo eine Gesellschaft aufmerksam hinschaut, da haben Neonazis es schwer, Fuß zu fassen.“

Darüber hinaus sei es notwendig, dass die Jugendarbeit gerade in den ländlichen Regionen Sachsen-Anhalts versucht, jungen Menschen Perspektiven aufzuzeigen, so Axel Noack. „Kinder, junge Frauen und Männer brauchen die Botschaft: Du wirst gebraucht. Die so viel beschworenen Werte und Tugenden müssen herunter gebrochen werden in Normen und alltagstaugliche Lebensregeln, damit in den Köpfen und Herzen wieder ein Gefühl dafür wächst, was geht und was nicht akzeptabel ist. Über entsprechende Anregungen und Strategien können sich Kirchengemeinden, Vereine und Kommunen auf der Wittenberger Tagung ‚Herausforderung Rechtsextremismus’ informieren. Es wäre schön, wenn sich viele beteiligen.“

Die Tagung „Herausforderung Rechtsextremismus“:

Informationen zur Veranstaltung „Herausforderung Rechtsextremismus“ in der Evangelischen Akademie Sachsen-Anhalt in Lutherstadt Wittenberg finden sich im Internet.

Magdeburg, 24. Januar 2007

Oliver Vorwald
Pressesprecher



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