Robert Leicht will keinen "Allerwelts-Gott"

Publizist sieht in der Bindung an den christlichen Gott auch Grundlage der Toleranz

Deutscher Evangelischer Kirchentag (DEKT)

28. Mai 2005

Vor der Vorstellung eines „Allerwelts-Gotts“ hat der Journalist und Professor Robert Leicht gewarnt. Man dürfe vor lauter politischer und religiöser Toleranz nicht den christlichen Gott ausblenden und zu einem „Multi-Kulti-Gott“ werden lassen, verlangte der Publizist in einer Bibelarbeit in der historischen Marktkirche. „Wenn mir alle Götter gleich gültig sind, werden sie mir gleichgültig.“

Statt eines fernen, gleichgültig verharrenden Allerwelts-Gotts, den man nicht wahrnehmen und an den man sich daher auch nicht erinnern könne, müssten Christen von jenem Gott erzählen, der „ultimativ und konkret, befreiend und erlösend an uns handelt“. Von dem Zuspruch dieses „einzigartigen Befreiers“ gelte es immer wieder zu sprechen, „ja mitunter zu schwärmen“. Auf der Grundlage einer solchen treuen und „unverbrüchlichen Gottesbeziehung“ werde auch Toleranz gegenüber anderen Religionen möglich.

Dass Gott in Zeiten materiellen Wohlstands leicht aus dem Blick gerate, sei nicht allein ein Problem unserer Tage. Als Periode tiefster Gottesvergessenheit, Gottesverwechslung und Gottesverleugnung beschrieb Leicht die NS-Ära, in der mit der Verfolgung der Juden auch Gott aus dem Leben vieler Christen verdrängt wurde. Nach einer Phase der Not, die bekanntlich beten lehrt, geriet der „gute Gott“ in der Wirtschaftswunderzeit gleich wieder ins Abseits.

28. Mai 2005
Kirchentag Nachrichtenredaktion



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