"Menschen in Not nicht vergessen"

Finanzkrise fragt nach unserer Einstellung zu Gemeinwohl und Eigennutz

Evangelische Landeskirche in Württemberg

17. Oktober 2008

Stuttgart. "Darf es immer nur um den größtmöglichen Gewinn gehen?" fragt Landesbischof Frank Otfried July angesichts der Finanzkrise in seiner neuesten Videobotschaft im Internet. Er mahnt dazu, dass eine Marktwirtschaft sozial und menschlich sein müsse. Dies sei in der Vergangenheit vergessen worden. Nach dem Absturz der Märkte sei nun Bodenhaftung nötig.

Der Bischof sagt weiter: "Eine Finanzwirtschaft, die eine Spekulationsblase erzeugt und sich von der realen Wirtschaft abkoppelt, geht den falschen Weg. Sie spielt in unverantwortlicher Weise mit der Arbeits- und Wirtschaftsleistung der Menschen."

Zugleich stellt July in seiner Botschaft die 500 Mrd. Euro, die die Regierung für die Finanzkrise aufbringen will, der viel geringeren Summe von 4,5 Mrd. Euro gegenüber, die in die Entwicklungshilfe fließen. Dies sei ein verschwindend geringer Betrag. July fordert, jetzt die Menschen nicht zu vergessen, die weltweit in Not geraten sind.

Stuttgart, 17. Oktober 2008

Christian Tsalos
Pressesprecher

Videobotschaft von Landesbischof July



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