Weltweite ökumenische Zusammenarbeit und Begegnung

Weitere Informationen aus der Ökumeneabteilung

Ökumene

Das Ökumene-Referat dieser Abteilung ist verantwortlich für die Teilhabe und Mitwirkung der EKD und ihrer Gliedkirchen an der weltweiten Bewegung, die im Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) eine konkrete Gestalt gefunden hat. Das Referat hat eine Scharnierfunktion: Es koordiniert und vermittelt Anfragen, Anregungen und Beteiligungen aus den Gliedkirchen der EKD, die sich auf Programme und Vorhaben der ökumenischen Bewegung beziehen, und bemüht sich, Herausforderungen und Anstöße aus der weltweiten Ökumene in die Gliedkirchen der EKD zu vermitteln. Daneben werden die Beziehungen zu den Freikirchen und zur Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) gepflegt.

Dabei geht es vor allem darum, den „garstigen Graben“ zwischen der Konferenz- und Spitzen-Ökumene und der Basis-Ökumene überwinden zu helfen. Konsultationen zur Vor- und Nacharbeit zu Weltkonferenzen des ÖRK, Tagungen, die nach einer gemeinsamen Tagesordnung für Basisgruppen und verfasste Kirchen fragen, und die regelmäßigen Zusammenkünfte der gliedkirchlichen Ökumene-Referentinnen und -Referenten tragen dazu bei.

Orthodoxie

Der Arbeitsbereich Orthodoxie umfasst ein breites Spektrum ökumenisch-theologischer Grund-satzarbeit. Derzeit leben mehr als eine Million orthodoxe Christen in Deutschland. Das hat eine neue ökumenische Situation im eigenen Land ergeben. Nach außen führt die EKD mit vier orthodoxen Patriarchaten jeweils bilaterale theologische Dialoge. Dabei wurden Gemeinsamkeiten neu entdeckt. Auch den gutnachbarlichen Beziehungen unserer Kirchengemeinden kommt das zugute. Diese Aufgabe wird begleitet und unterstützt durch die Partnerschaftsarbeit aus den Landeskirchen.


Ökumenische Ausbildung

Zu den Aufgabenbereichen gehören:

  • Informationen über Kurse und Seminare des Ökumenischen Institutes in Bossey. Wahrnehmung der Nationalkorrespondenz für Bossey.
  • Vermittlung von Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten durch das Stipendienprogramm für kirchliche Mitarbeiter/innen der mit der EKD verbundenen Kirchen in Übersee und Europa und Begleitung der Stipendiaten/Stipendiatinnen.
  • Mitberatung im Ökumenischen Stipendienprogramm des Diakonischen Werkes und im Ökumenischen Studienwerk.
  • Organisation, Beratung und Begleitung des Ökumenischen Pfarreraustauschprogramms.
    Mitarbeit im ökumenischen Ausschuss für Indianerfragen in Amerika, Informationsarbeit Lateinamerika.


Entwicklungspolitik

Die EKD beteiligt sich an der ökumenischen Arbeit für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung. Sie trägt gegenüber ihren Gliedkirchen die Verantwortung für diese Gemeinschaftsaufgabe, die von Brot für die Welt und dem Evangelischen Entwicklungsdienst (EED) wahrgenommen wird. Darüber hinaus beteiligt sich die EKD mit ihrem gesellschaftspolitischen Gewicht an entwicklungspolitischen Aktionen und nimmt zu globalen Themen Stellung. Viele Kirchen in Übersee sehen in der EKD einen wichtigen Partner im ökumenischen Dialog über die gemeinsame Weltverantwortung.

Die Übernahme internationaler Verantwortung gehört zum Grundkonsens einer zukunftsfähigen Gesellschaft. Dazu gehört eine verbindliche weltweite Rahmenordnung für wirtschaftliches und soziales Handeln, das der Entwicklung aller Menschen dient und das die natürlichen Lebensgrundlagen kommender Generationen nicht gefährdet. Die EKD wird in Fragen, die sich aus den globalen Entwicklungsprozessen ergeben, von der Kammer für Entwicklung und Umwelt beraten, die entsprechende Positionen auf der Basis einer evangelischen Ethik formuliert.

Durch die Konferenz der gliedkirchlichen Referenten, Referentinnen und Beauftragten für den Kirchlichen Entwicklungsdienst ermöglicht die EKD den Informationsaustausch und die Koordination von gemeinsamen Aktivitäten der entwicklungspolitischen Bildungs- und Lobbyarbeit der Gliedkirchen in enger Zusammenarbeit mit den Entwicklungswerken.

Menschenrechte

Dieses Thema prägt die Beziehungen zu Partnerorganisationen und Kirchen in vielfältiger Weise. Gravierende Verletzungen der bürgerlichen, politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Menschenrechte sind eine der Hauptursachen für zahlreiche bewaffnete interne Konflikte weltweit, die wiederum weitere Menschenrechtsverletzungen zur Folge haben. Dabei wird auch das Recht auf Religionsfreiheit von Christen und Angehörigen anderer Religionsgemeinschaften verletzt. Noch immer gibt es massive Menschenrechtsverletzungen in der Dritten Welt. Christen und Kirchen als Anwälte der Schwachen sind hier häufig direkt betroffen. Auch in Osteuropa werden Menschenrechte mit Füßen getreten. Und in unserem eigenen bzw. anderen westlichen Ländern verbreiten sich Rassismus und Gewalt in bedrohlichem Ausmaß.

Das Referat Menschenrechtsfragen leistet angesichts dieser Probleme Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit. Es fördert den Informationsaustausch zwischen den Gliedkirchen und versucht in ausgewählten Einzelfällen zu intervenieren. Zu Menschenrechtsorganisationen, Gruppen, Initiativen und Institutionen werden intensive Kontakte unterhalten.


Islam / andere Weltreligionen

Die Welt des Islam macht Schlagzeilen und ist umstritten – der Islam in Deutschland fängt an, sich in einer für ihn neuen Situation (als Minderheit) zurechtzufinden. Der Rat der EKD hat mit einer Handreichung Position zu den Muslimen in Deutschland bezogen. Dialog mit islamischen Gruppen im In- und Ausland, Beratung von kirchlichen Aktivitäten, Informationen über Islam für Christen und über Christentum für Muslime sowie Fortbildung von kirchlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sind deshalb Arbeitsschwerpunkte des Referats Islam und Weltreligionen. Dabei ist auch die Situation von christlichen Minderheiten in islamischen Ländern im Blick. Dazu gibt es Fragen: Wie beeinflusst die Milliarde von Muslimen in aller Welt das interreligiöse Klima in Deutschland? Was bedeuten die drei Millionen Muslime in Deutschland theologisch und praktisch für die Gemeindewirklichkeit?



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