Servicestelle Förderpolitik

Fragen und Antworten

Themenbereiche:

Fragen zur Förderpolitik:

  1. Was ist die Europa-2020-Strategie?
    Die „Europa-2020-Strategie“ ist die Wachstumsstrategie der Europäischen Union (auf zehn Jahre angelegt, 2010 bis 2020). Damit steht die Strategie in engem Zusammenhang mit der derzeitige Förderphase von 2014 bis 2020. Die Strategie folgt einem dreigliedrigen Leitziel: intelligentes, integratives und nachhaltiges Wachstum (http://ec.europa.eu/europe2020/index_de.htm).
  2. Was ist Regionalpolitik?
    Die Regional- oder Kohäsionspolitik ist ein zentrales Element der Europäischen Union. Sie regelt die Beziehungen der Europäischen Union zu den Regionen der Mitgliedstaaten; in Deutschland sind dies beispielsweise die Bundesländer, die Verwaltungsbezirke oder die Städte und Kreise. Mit 351,8 Milliarden Euro über sieben Jahre verteilt ist dies der zweitwichtigste Politikbereich der Europäischen Union nach der Agrarpolitik.
    Die Kohäsionspolitik (von lateinisch cohaerere „zusammenhängen“) hat die Verringerung der Entwicklungsdifferenzen zwischen den europäischen Regionen und damit einen gestärkten inneren Zusammenhalt der EU zum Ziel. Im Rahmen der Finanzmittel, die innerhalb der Regional- bzw. Kohäsionspolitik zur Verfügung stehen, werden daher Maßnahmen unterstützt, die die wirtschaftliche und soziale Entwicklung der europäischen Regionen zum Ziel haben. Jeder europäische Region, egal in welchem Mitgliedstaat, hat grundsätzlich Anspruch auch Förderung aus der Europäischen Regional-/Kohäsionspolitik. Ein Großteil der Gelder fließt dabei in die am stärksten benachteiligten Regionen (die sogenannten „Konvergenzregionen“ mit einem Bruttoinlandsprodukt pro Kopf von weniger als 75 Prozent des europäischen Durchschnitts). Jedoch erhalten auch Regionen Unterstützung, deren Bruttoinlandsprodukt pro Kopf höher als 75 Prozent der EU-Durchschnitts liegt, um ihre Wettbewerbsfähigkeit aufrecht erhalten zu können.
  3. Wie sieht die europäische Förderung in der Förderperiode 2014 bis 2020 aus?
    Zunächst ist in den Programmen der Förderperiode von 2014 bis 2020 eine starke Orientierung an den Zielen der Europa-2020-Strategie zu beobachten. Ein weiteres Kennzeichen ist, dass die Zahl der Programme reduziert wurde und eine Fokussierung auf ausgewählte Zielgruppen stattgefunden hat. Es sollen weniger und dafür größere Projekte gefördert werden. Grund für diese Einschränkungen ist, dass der Gesamthaushalt der Europäischen Union – nach zähen Verhandlungen der Mitgliedstaaten und der Europäischen Parlaments – insgesamt deutlich geringer ausfällt als der in der Förderperiode von 2007-2013. Zugleich wurde der Ruf nach verbesserter Messbarkeit von Resultaten der EU-Fördergelder laut. Als Folge sind in der aktuellen Förderperiode die Erwartungen an die erarbeiteten Ergebnisse und ihre Messbarkeit deutlich gestiegen.

Fragen zu Förderprogrammen:

  1. Können auch bereits getätigte Ausgaben durch Förderprogramme finanziert werden?
    Nein, eine rückwirkende Finanzierung von Projekten ist grundsätzlich nicht möglich.
  2. Mit welchem Anteil werden beantragte EU-Projekte maximal gefördert?
    Dies hängt zum einen vom Förderprogramm und zum anderen von der geografischen Lage des Antragsstellers ab (Grundlage ist das regionale BIP pro Kopf im Vergleich zum EU-Durchschnitt). Durchschnittlich beträgt der finanzielle Zuschuss zwischen 50 bis 75 Prozent.
  3. Was sind förderfähige und nicht förderfähige Ausgaben?
    Förderfähige Ausgaben sind in der Regel Personal- und Reisekosten, Kosten für Verbrauchmaterialien, Ausstattungskosten, direkte administrative Kosten und Ähnliches – kurz: all die Ausgaben, die für die erfolgreiche Umsetzung eines Projektes anfallen. Nicht förderfähige Kosten sind zum Beispiel Geldstrafen, Fremdwährungsverluste, Kosten für Bankgarantien oder Ähnliches.
  4. Ist die Mehrwertsteuer förderfähig?
    Dies kann von Förderprogramm zu Förderprogramm variieren. In den meisten Fällen ist die Mehrwertsteuer förderfähig, wenn nachgewiesen werden kann, dass keine Vorsteuerabzugsberechtigung besteht (die Mehrwertsteuer also nicht durch das Finanzamt zurück gezahlt wird).
  5. Können Förderprogramme kombiniert werden?
    Die Finanzierung eines Projekts kann nur dann durch Förderprogramme sowohl auf der Ebene der EU als auch von nationalen oder regionalen Programmen erfolgen wenn die Bestimmungen in den jeweiligen Programmen dieses zulassen. Dabei ist darauf zu achten, dass keine Doppelförderung vorkommt. Eine solche liegt vor, wenn eine Einrichtung für dieselbe Maßnahme Förderung aus zwei oder mehr EU-Förderprogrammen erhält.

Fragen zu Projekten:

  1. Was unterscheidet ein EU-Projekt von anderen Projekten?
    Die Unterschiede zwischen einem EU-Projekt und einem herkömmlichen Projekt liegen in der Organisation und den Projektzielen:
    • Es werden die gängigen Maßstäbe von Effizienz und Effektivität verlangt, dabei sind Projekte, die mit Mitteln der Europäischen Union finanziert werden, besonders auf die politischen Leitziele der Europäischen Union ausgerichtet (beispielsweise die „Europa-2020-Strategie“).
    • In der Regel benötigt man für ein EU-Projekt mindestens einen weiteren Projektpartner aus einem anderen Land der Europäischen Union.
  2. Wie lange sollte die Vorlaufzeit für einen Projektantrag sein?
    Eine gründliche Planung bedarf Zeit und sorgfältiger Überlegung. Sobald die wichtigen Punkte eines Vorhabens wie zum Beispiel Projektziel, Ablaufplanung oder Projektpartner feststehen, kann ein Projektantrag zügig verfasst werden. Es ist dabei empfehlenswert, mindestens vier Monate vor dem Abgabetermin eine erste Projektskizze zu erstellen.
  3. Wieso lohnt es sich, ein EU-Projekt zu planen und durchzuführen?
    Ein EU-Projekt lohnt sich aus einer Vielzahl von Gründen, beispielsweise aus Transfer- und Motivationsüberlegungen:
    • Oftmals unterscheiden sich Probleme und Herausforderungen vor Ort nicht von denen in anderen europäischen Regionen und Städten, daher ist es nützlich, im Verbund zu arbeiten und von den Erfahrungen und Wissen anderer zu profitieren.
    • Bereits die Planung und Vorbereitung für ein europäisches Projekt bietet vielfältige und wichtige Lerneffekte und kann Katalysator für die Projektarbeit in einer Einrichtung sein.
    • Durch die Förderung aus EU-Mitteln können zudem oftmals Vorhaben durchgeführt werden, für die ansonsten keine oder keine ausreichenden Gelder vorhanden wären. Die Teilnahme an EU-Projekten kann daher die Palette an Angeboten Ihrer Einrichtung breiter und bunter machen, und möglicherweise Ihre Einrichtung sogar attraktiver für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Zielgruppen und Dritte machen.
  4. Wie kann man ein Projekt nachhaltig konzipieren?
    • Es ist wichtig, das Projektvorhaben auf das wesentliche Problem auszurichten und sich dabei machbare Ziele zu setzen. Somit kann eine Lösung in einem realistischen Rahmen gefunden werden.
    • Ein Teil der Projektaktivitäten sollte dazu dienen, selbsttragende Strukturen zu schaffen. Eine einmalig erarbeitete Lösung, Methode oder ein einmalig erarbeitetes Verfahren sollte dabei dauerhaft zum Einsatz kommen. Die Ergebnisse, die im Projekt erzielt wurden, sollten also nicht mit Projektende verschwinden oder als „Karteileichen“ enden. Überlegen Sie bei der Projektentwicklung, wie aus mit Ihrem Projekt auch nach Ende des Zahlungsflusses weitergehen soll.
  5. Was sind Eigenmittel?
    Bei Projekten, die durch die Europäische Union gefördert werden, erhält man einen Zuschuss zu den Gesamtkosten für ein Projekt und muss einen gewissen Anteil selbst finanzieren.
  6. Wann erfolgt die Auszahlung des Betrages des zu fördernden Projektes?
    Je nach Förderprogramm werden unterschiedliche Methoden zur Auszahlung der Fördergelder verwendet. Sie sollten sich daher rechtzeitig informieren, welche Methode das für Sie interessanteste Förderprogramm nutzt. Für die Auszahlung von Fördermitteln gibt es grundsätzlich zwei Methoden, die angewandt werden können:
    • Mit Genehmigung des Projektes wird ein bestimmter Betrag als Vorfinanzierungsrate an den Projektträger überwiesen. Der Rest wird nach Abschluss des Projekts ausgezahlt, wenn die Prüfung aller Ergebnisse und Berichte positiv ausgefallen sind.
    • In anderen Fällen erfolgt die Auszahlung der Fördermittel nur dann, wenn die förderfähigen Kosten bereits vom Projektnehmer vorfinanziert wurden. Es handelt sich dann um eine Rückerstattung der angefallenen Kosten.
  7. Wie finde ich einen Projektpartner für ein europäisches Projekt?
    Es gibt verschiedene Möglichkeiten, einen Projektpartner zu finden. Sie können verschiedene Online-Plattformen nützen, oder eine gezielte Internetrecherche durchführen. Für die verschiedenen Möglichkeiten und ein strukturiertes Vorgehen haben wir Ihnen eine praktische Erklärung in Materialien (http://www.ekd.de/bevollmaechtigter/bruessel/foerderservice/downloads.html) zusammengestellt.

Fragen zur Servicestelle/Ansprechpartnern und Fundraising:

  1. Was ist Fundraising?
    Fundraising, das bei der Mittelbeschaffung für Projekte ebenfalls eine wichtige Rolle spielen kann, besteht aus dem Sammeln von Spenden und Sponsorengeldern. Dies kann bei Privatpersonen, beispielsweise in der Kirchengemeinde, aber auch bei Unternehmen stattfinden. Mehr Informationen hierzu finden Sie bei fundraising evangelisch (http://www.fundraising-evangelisch.info/).
  2. An wen kann ich mich mit weiteren Fragen wenden?
    Sollte eine spezifische Frage hier nicht beantwortet sein, können Sie sich jederzeit an eine Mitarbeiterin/einen Mitarbeiter im EKD-Büro Brüssel wenden. Ebenso können Sie sich an die nationalen und regionalen Kontaktstellen der jeweiligen EU-Förderprogramme wenden. Eine Auflistung ist im Bereich Materialien (http://www.ekd.de/bevollmaechtigter/bruessel/foerderservice/downloads.html) zu finden.
  3. Was ist der Unterschied zwischen der Servicestelle und bereits bestehenden Agenturen und Beratungsstellen?
    Wir richten uns ausschließlich an Einrichtungen der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Diakonie Deutschland. Darüber hinaus ist unsere Beratung individueller und intensiver, als es andere Servicestellen und Agenturen anbieten.