ESF-Integrationsrichtlinie Bund: Neue Fördermöglichkeiten gestartet

Thema: Bildung, Beschäftigung, Soziales Engagement

24. Oktober 2014

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) hat die Förderrichtlinien für das zukünftige Programm „Integrationsrichtlinie Bund“ veröffentlicht.


Dieses Förderkonzept vereint Konzepte aus den bisherigen Programmen „XENOS – Integration und Vielfalt“, „ESF-Bundesprogramm zur arbeitsmarktlichen Unterstützung für Bleibeberechtigte und Flüchtlinge mit Zugang zum Arbeitsmarkt“ und „IdA – Integration durch Austausch“. Ziel ist es, Personen schrittweise an den Arbeitsmarkt heranzuführen, die anderenfalls erhebliche Probleme beim Zugang zu Arbeit oder Ausbildung haben. Zu den Zielgruppen gehören betroffene Jugendliche und junge Erwachsene unter 35 Jahren sowie Asylbewerberinnen und Asylbewerber und Flüchtlinge.
Das Programm beinhaltet drei thematische Schwerpunkte:

  • Integration statt Ausgrenzung (IsA): Hier können Maßnahmen gefördert werden, die die nachhaltige und stufenweise erfolgende Integration von Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter von 18-35 Jahren in Arbeit oder Ausbildung bzw. deren (Wieder-)Aufnahme einer Schulausbildung zum Ziel haben. Darüber hinaus können begleitende Maßnahmen in Betrieben oder in der öffentlichen Verwaltung gefördert werden, die den Zugang dieser Zielgruppe zu Arbeit und/oder Ausbildung strukturell verbessern sollen.
  • Integration durch Austausch (IdA): In diesem Teilbereich können Mobilitätsmaßnahmen, also Austauschprojekte für Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 18-35 Jahren, gefördert werden. Ziel dieser Mobilitätsmaßnahmen ist auch hier die Integration der Teilnehmenden in Arbeit oder Ausbildung bzw. deren (Wieder-)Aufnahme einer Schulausbildung.
  • Integration von Asylbewerbern und Flüchtlingen (IvAF): Innerhalb dieses Teilbereichs werden Projekte gefördert, die die Integration von Asylbewerbern und Flüchtlingen in Arbeit oder Ausbildung bzw. deren (Wieder-)Aufnahme einer Schulausbildung zum Ziel haben.

Die Antragsfrist wurde bislang noch nicht bekannt gegeben, ist jedoch nach Auskunft des BMAS für Ende Januar 2015 zu erwarten.


Der Zuschuss für ein Projekt beträgt 90% der projektbezogenen Kosten. Die restlichen 10% müssen von den Trägern selbst übernommen werden; dabei können direkte Personalausgaben als Eigenanteil abgerechnet werden. Die maximale Fördersumme beträgt 1,5 Mio. € pro Antrag in den Teilbereichen IsA und IdA sowie 2,6 Mio. € im Teilbereich IvAF. Die Projekte sollten in der Regel eine Laufzeit von vier Jahren haben.


Projekte im Rahmen der Integrationsrichtlinie müssen von einem Projektkonsortium durchgeführt werden; an diesem Konsortium müssen zwingend auch Betriebe oder Einrichtungen der öffentlichen Verwaltung sowie Jobcenter oder Agenturen für Arbeit aktiv beteiligt sein. Die Federführung und Antragstellung für das Konsortium kann jedoch grundsätzlich von allen juristischen Personen des öffentlichen und privaten Rechts übernommen werden, also auch von kirchlichen und diakonischen Einrichtungen.


Diese Fördermöglichkeit könnte interessant sein für kirchliche und diakonische Einrichtungen, die mit benachteiligten Jugendlichen und jungen Erwachsenen oder mit Flüchtlingen und Asylbewerbern arbeiten und hier Integrationsprojekte durchführen möchten.


Weitere Informationen finden auf der Seite der für das Programm zuständigen Stelle unter folgender Adresse:
http://ekd.be/integrationsrichtlinie-bund