Veranstaltung "Die Reformation - Aufbruch in die Toleranz?" - Außen-(politische) Ansichten von Staatsministerin Cornelia Pieper und Dr. Margot Käßmann

9. Juli 2013

Auf dem Weg zum 500-jährigen Reformationsjubiläum steht in diesem Jahr das Thema "Reformation und Toleranz" im Mittelpunkt. Ein schwieriges Paar. Widersprüche, Reibungen, Schuld und Scham durchziehen die Reformationsgeschichte. Nichtsdestotrotz bleibt die reformatorische Forderung nach Glaubens- und Gewissensfreiheit eine der Grundlagen für die Herausbildung des Menschenrechts auf Religionsfreiheit, wie wir es heute kennen.

Auch die Europäische Union hat in dem Aktionsplan zum Strategischen Rahmen für Demokratie und Menschenrechte vom Juni 2012 den Fokus auf die Religions- und Weltanschauungsfreiheit gelegt. Entsprechende Leitlinien wurden vom Europäischen Auswärtigen Dienst im Frühjahr 2013 ausgearbeitet. Zudem wurde ein EU-Sonderbeauftragter für Menschenrechte ernannt - wichtige Zeichen für mehr religiöse Kompetenz in der EU-Außenpolitik.

In unserer Veranstaltung unter der Schirmherrschaft des Ständigen Vertreters, Botschafter Peter Tempel, wollen wir aus der Sicht der deutschen Außenpolitik und der evangelischen Kirche die Wirkung der reformatorischen Errungenschaften genauer beleuchten. Das Bewusstsein um die Relevanz religiöser Hintergründe ist unabdinglich zum Verständnis fremder Kulturen, aber auch zur Konfliktprävention und Mediation in Krisenzeiten. Welche Werte deutscher Außenpolitik gründen sich auf dem reformatorischen Erbe? Welche friedensstiftende Rolle können Kirchen und Religionsgemeinschaften in außenpolitischen Konflikten wahrnehmen? Warum ist die Einhaltung der Religionsfreiheit grundsätzlich ein Lackmustest für die Lage der Menschenrechte in einem Land?

Darüber sprechen die Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Cornelia Pieper, und die Botschafterin des Rates der EKD für das Reformationsjubiläum, Dr. Margot Käßmann.

Die Reden von Frau Pieper und Frau Dr. Käßmann finden Sie anbei.