Ahab und Isebel

Paare der Bibel

Elia verkündet Ahab und Isebel die Strafe Gottes für die Steinigung eines Unschuldigen.

Das Böse ist immer und überall. Weiß der Schlager. Vielleicht ein wenig übertrieben. Aber wo Isebel ist, ist das Böse nicht weit. Sie will übel, ist arrogant und gemeingefährlich. Giert nach Macht, spielt sie aus und missbraucht sie. Auch gegen Unschuldige. Beliebt macht so etwas nicht.

Isebel ist die Tochter Etbaals, des Königs von Tyrus. Eine phönizische Prinzessin. Sie verehrt Baal, einen Gott, zuständig vor allem für die Fruchtbarkeit und das Wetter. Zu ihrer rassischen kommt so auch eine religiöse Fremdartigkeit. Das ist für die Konservativen in Israel ein gewaltiges Ärgernis. Und so brandmarken sie Isebel als Götzendienerin und Hure.

Mit Ahab, um die Mitte des achten Jahrhunderts vor Christus König von Israel, verbindet Isebel eine Ehe, die mehr von politischen und wirtschaftlichen Erwägungen als von Liebe geprägt ist. Seinem Vater war es gelungen, das Reich vor dem Abdriften ins Chaos zu bewahren, die Außenpolitik zu reformieren und Samaria zur Hauptstadt auszubauen. Keine schlechte Basis für einen Nachkommen. Doch Ahab reibt sich in Kriegen auf, überschätzt Macht und Mittel und kann sich nicht entschließen, ob er mit Syrien weiterhin um die Grenzen streiten oder sich mit ihm gegen die Assyrer verbünden soll. Er macht sich auch im eigenen Land keine Freunde, weil er unter dem Einfluss seiner Frau den Baalskult fördert und dazu einen Tempel errichten lässt.

So kommt er mit dem Propheten Elia über Kreuz, der für den Glauben an den einen Gott Israels kämpft. Dem möchte das Volk zwar dienen, aber auch auf den Segen Baals für Land, Mensch und Vieh nicht verzichten. Die Religionen treten in einen öffentlichen Wettstreit. Elia strebt ein Gottesurteil an. Er versammelt Volk und Propheten auf dem Berg Karmel. Während Baal, von Elia verspottet, sich nicht zeigt, erscheint der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs im Feuer und erweist sich als der einzig wahre. Elia nutzt die Gunst der Stunde und bringt die Baalspropheten um. Das kommt nicht gut anbei Isebel, die selbst einen Kampf auf Leben und Tod um ihre Religion führt und nun ihrerseits Elia nach dem Leben trachtet. Der ist gut beraten, sich aus dem Staub zu machen.

Die Bibel lässt an Ahab und Isebel kein gutes Haar: “Es war niemand, der sich so verkauft hätte, Unrecht zu tun vor dem Herrn wie Ahab, den seine Frau Isebel verführte. Und er versündigte sich dadurch über die Maßen, dass er den Götzen nachwandelte.”

Ahab fällt im Krieg. Und auch Isebel endet böse. Als sie vom Kommen Jehus, Oberst im Heer Ahabs und berüchtigt als wilder Wagenlenker, erfährt, schminkt und schmückt sie sich. Doch der ist mäßig beeindruckt, macht kurzen Prozess und lässt sie aus dem Präsentationsfenster des Palastes stürzen. Pferde zertrampeln sie. Als sie bestattet werden soll, finden sich lediglich Schädel, Füße und Hände. Womit sich die Weissagung Elias erfüllt, dass Hunde Isebels Fleisch fressen werden.

Hans-Albrecht Pflästerer