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Briefeschreiber

Calvin als Briefeschreiber

Calvins Korrespondenz erstreckte sich über ganz Europa. Der erhaltene Briefwechsel umfasst ca. 4.300 Briefe; davon stammen 1.369 von Calvin selbst. Allerdings ist ein nicht unerheblicher Teil des Briefwechsels verloren gegangen.

Person und Werk Calvins lassen sich am besten über seine Briefe kennenlernen. Calvin berichtet von den vielen Anfechtungen, von seinen Krankheiten, der er seine Arbeit abringen musste, von den Widerständen, mit denen er zu kämpfen hatte, von den Ansprüchen, die von allen Seiten an ihn gestellt wurden. In diesem unablässigen Kampf, der das Leben Calvins vor der Zeit, verzehrte, leuchtet seine Geistesgegenwart hervor und die Wachheit seines Denkens. Er erfasst immer die Situation des Adressaten und weiß ihm das rechte Wort zu sagen. Oft ist er freundlich zuredend und tröstend, oft scharf tadelnd und mahnend. Er befasst sich mit den ganz persönlichen Anliegen, der einzelnen, besonders der französischen Flüchtlinge; er greift aber auch in die Politik ein mit seinen Briefen an Könige und Staatsmänner. Außerdem pflegt er den Kontakt mit seinen Mitstreitern. Auch der Humor fehlt da nicht. Der wirkliche Calvin, wie er uns in, seinen Briefen entgegentritt, ist alles andere als ein sturer Fanatiker, als der er bis heute verschrieen wird, sondern ein außergewöhnlich vielseitiger, gebildeter Mensch, der sich allerdings mit all seinen Gaben ganz in den Dienst seines himmlischen Herrn hat nehmen lassen.

(Nachlesen lassen sich die Briefe in: Johannes Calvins Lebenswerk in seinen Briefen. Eine Auswahl von Briefen Calvins in deutscher Übersetzung von Rudolf Schwarz, 3 Bände, Neukirchener Verlag 1961/62 - nur noch antiquarisch erhältlich.)


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Publikationsdatum dieser Seite: 03.12.2014 11:42