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Genfer Psalter

Calvin singt

Genfer Psalter

Das Singen und Beten der christlichen Gemeinde ist von jeher durch das biblische Wort geprägt. Die reformierten Kirchen schufen sich in der Reformation des 16. Jahrhunderts aus den 150 Psalmen der Bibel ihr Gesangbuch, indem sie die biblischen Texte bereimten und mit Melodien versahen. Das Singen des Reimpsalters ist bis heute in den reformierten Kirchgemeinden üblich.

Die Grundlage für die besondere Form der strophischen Psalmbereimung legte Johannes Calvin 1539 mit einer ersten kleinen Ausgabe von bereimten Psalmen für den gottesdienstlichen Gebrauch. Die Melodien gehen hauptsächlich auf Vorlagen des Straßburger Kantors Matthäus Greiter zurück. Zwischen 1538 und 1562 wurden zunächst von dem französischen Hofdichter Clément Marot, später von dem Theologen Théodore de Béze alle biblischen Psalmen in französische Reimstrophen übertragen. Vornehmlich die Genfer Kantoren Guillaume Franc und Loys Bourgeois und der unbekannte Maitre Pierre schufen zu fast allen 150 Psalmbereimungen eigene Melodien. Sie sind nach den Regeln des natürlichen Stimmumfangs eines gut singbaren Melodiebogens und der eindeutigen Zuweisung von Sprache und Musik komponiert. Die Genfer Melodien zeigen überwiegend zwei Notenwerte, die in der modernen Notation als Halbe- und Viertelnoten wiedergegeben werden. Sie bilden eine feststehende Sammlung und sind kulturgeschichtlich der besondere Beitrag der Reformierten zum evangelischen Kirchenlied.

Die Übersetzung der französischen Bereimung durch Ambrosius Lobwasser 1573 verbreitete innerhalb weniger Jahre die Genfer Melodien im deutschsprachigen Raum. 1793 schuf Matthias Jorissen seine bis heute gesungene Fassung des Reimpsalters. Seither fanden nur vereinzelte Neubereimungen den Weg in die reformierten Gesangbücher des 19. und 20. Jahrhunderts.

Die Texte des Psalters können nicht nur gesungen, sondern auch gelesen und gebetet werden. Ihre dichterische und zeitgemäße Sprache kann helfen, Grundsituationen des Lebens und Erfahrungen der Gegenwart zu entdecken, sie zu meditieren und im Gebet vor Gott zu bringen.

Was machte Calvin am 28. Juni 1545?

Calvin beklagt sich bei Melanchthon über die scharfe Antwort der Züricher auf Luthers Angriff in der Abendmahlsfrage. Er betrachtet den Streit aber auch als Herausforderung, dass Melanchthon ein vollständiges Bekenntnis zur Abendmahlsfrage abgebe. (Calvins Briefe Bd. 1, S. 308f)

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Publikationsdatum dieser Seite: 14.06.2016 12:53