Referat für Chancengerechtigkeit der Evangelischen Kirche in Deutschland
Gewalt überwinden. Frauen und Männer für einen geschlechterdifferenten Blick auf die Gewaltproblematik
Der Ökumenische Rat der Kirchen hat eine Dekade zur Überwindung von Gewalt ausgerufen. Kirchen, Gemeinden und alle Christinnen und Christen sollen sich in den Jahren 2001 bis 2010 in ihrem Umfeld mit dem Problem der Gewalt auseinander-setzen und gemeinsam für Frieden, Gerechtigkeit und Versöhnung arbeiten. Das Frauenreferat der EKD hat in Kooperation mit der Evangelischen Frauenarbeit in Deutschland, der Männerarbeit der EKD sowie der Arbeitsgemeinschaft der Frauenreferate und Gleichstellungsstellen in den Gliedkirchen der EKD das Diskussionspapier "Gewalt überwinden - Frauen und Männer für einen geschlechterdifferenten Blick auf die Gewaltproblematik" herausgegeben, um zu veranschaulichen, dass Gewalt für sie mit unterschiedlichen Perspektiven verbunden ist. Denn:
- Frauen und Mädchen erfahren Gewalt anders als Männer und Jungen.
- Männer und Jungen über Gewalt anders aus als Frauen und Mädchen.
- Traditionelle Rollenbilder - nicht biologische Unterschiede - legen Erwartungen fest, welche Formen von Gewalt die Geschlechter ausüber dürfen und welche sie zu ertragen haben.
Das Diskussionspapier ist im Referat für Chancengerechtigkeit der EKD zu beziehen. (Herrenhäuser Str. 12, 30419 Hannover, Tel.: 05 11 / 27 96 - 441 oder referat-fuer-chancengerechtigkeit@ekd.de)
Aber auch im zurückliegenden Jahrzehnt hat die "Ökumenische Dekade - Kirchen in Solidarität mit den Frauen" die Bereitschaft, "Gewalt gegen Frauen" in Kirche und Theologie zum Thema zu machen, wesentlich gefördert. Im Auftrag des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) arbeiteten in den Jahren 1997 bis 1999 zwei Kommissionen an kirchenspezifischen Fragen der Gewalt gegen Frauen. Das Arbeitsergebnis ist jetzt unter dem Titel "Gewalt gegen Frauen als Thema der Kirche - Ein Bericht in zwei Teilen" erschienen.
Im ersten Teil des Berichtes werden unter sozialwissenschaftlicher Fragestellung Hinweise gegeben zum Problemfeld, zu kirchlich-diakonischen Hilfen und zur Weiterarbeit unter theologischen Aspekten. Der zweite Teil ist den Wirkungen theologischer und kirchlicher Traditionen gewidmet: er geht der Frage nach, in welcher Weise sie Gewalt gegen Frauen einerseits begünstigen oder legitimieren, andererseits aber auch zur Überwindung dieser Gewalt beitragen können.
Der Bericht ist im Gütersloher Verlagshaus erschienen und ist im Buchhandel erhältlich.
- Gewalt gegen Frauen als Thema der Kirche (Teil 1).
- Gewalt gegen Frauen als Thema der Kirche (Teil 2).
