Referat für Chancengerechtigkeit der Evangelischen Kirche in Deutschland
Mentoring für Frauen - ein Konzept für mehr Chancengerechtigkeit auch in der kirchlichen Arbeitswelt
Im Februar 2001 startete das Pilotprojekt "Mentoring für Frauen in der Kirche". Die Auftaktveranstaltung für das deutschlandweite Mentoringprogramm fand vom 7.-9. Februar 2002 im Burckhardthaus in Gelnhausen statt.
Über einen Zeitraum von einem Jahr wurden Pfarrerinnen, Pädagoginnen, Verwaltungsangestellte und diakonische Mitarbeiterinnen, die beruflich gefördert werden sollen, von Mentorinnen und Mentoren aus Führungspositionen gezielt begleitet und individuell unterstützt. An dem Projekt beteiligten sich acht Landeskirchen - Ev.-Luth. Kirche in Bayern, Ev. Kirche in Hessen und Nassau, Ev. Kirche von Kurhessen-Waldeck, Nordelbische Ev.-luth. Kirche, Ev. Kirche der Pfalz, Ev.-luth. Kirche in Thüringen, Ev. Kirche von Westfalen, Ev. Landeskirche in Württemberg - mit insgesamt 43 sogenannten "Tandems" aus je einer Mentee und einer Mentorin oder einem Mentor. Begleitet wurde der Prozess durch die Beratung seitens der jeweiligen landeskirchlichen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten und Tagungen im Burckhardthaus.
Darüber hinaus wurde das Pilotprojekt auch wissenschaftlich begleitet. Der Bericht "Berufs- und Lebensplanung - Kooperationen - Kompetenzen" bindet das Mentoring-Projekt der Evangelischen Kirche in die neuere wissenschaftliche Diskussion von Frauenförderung und Gleichstellungspolitik ein, arbeitet zentrale Prozesselemente heraus und analysiert den Verlauf und bilanziert die Chancen dieses Personalentwicklungsintruments. Der Bericht kann im Referat für Chancengerechtigkeit der EKD bzw. bei den jeweiligen Landeskirchen bezogen werden.
"Mentoring" ist ein erprobtes und etabliertes Instrument zur Förderung der Chancengleichheit. Es setzt an verschiedenen Ebenen der kirchlichen Organisation an. Das Konzept unterstützt den qualifzierten weiblichen Nachwuchs und bezieht darüber hinaus kirchliche Leitungskräfte, Personalverantwortliche und Mitarbeitervertretungen ein. Außerdem ergänzt Mentoring das bisher angewandte Instrumentarium zur Durchsetzung von Chancengerechtigkeit, weil es im Unterschied etwa zu Zielvorgaben und Stufenplänen auf der individuellen Ebene ansetzt. Unterstützt durch die Europäische Union hat sich "Mentoring für Frauen" mittlerweile auch in deutschen Unternehmen und in vielen öffentlichen Verwaltungen etabliert.
Auch in der evangelischen Kirche kann Mentoring für Frauen dazu beitragen, die beruflichen Potenziale von Frauen sichtbar zu machen und langfristig mehr Frauen für Führungspositionen zu gewinnen. Die Konferenz der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten hatte daher die Diskussion über ein kirchliches Mentoring-Programm angeregt und in Zusammenarbeit mit dem Burckhardthaus und dem Referat für Chancengerechtigkeit der EKD ein Rahmenkonzept konzipiert. Es zeigt Chancen auf, entwickelt Eckpunkte für "Mentoring für Frauen in der Kirche" und skizziert den idealtypischen Verlauf einer Mentoringbeziehung.
Die Auftaktveranstaltung ist dokumentiert und kann im Referat für Chancengerechtigkeit der EKD bzw. bei den jeweiligen Landeskirchen bezogen werden. Die Dokumentation ist auch im Internet abzurufen (www.ekd.de/download/mentoring_internet_2002.pdf [1,2 MB])
Wer Interesse hat, kann das Rahmenkonzept bzw. den Flyer "Mentoring für Frauen in der Kirche" im Referat für Chancengerechtigkeit der EKD, (Herrenhäuser Str. 12, 30419 Hannover, Tel. 05 11/27 96 - 4 41 oder referat-fuer-chancengerechtigkeit@ekd.de anfordern oder im Internet abrufen.
Aufgrund der positiven Bilanz des Pilotprojektes haben einige Landeskirchen entschieden, das Mentoring-Programm fortzusetzen bzw. ganz neu zu starten. Beteiligt sind jetzt: die Ev.-Luth. Kirche in Bayern, die Ev. Kirche in Hessen und Nassau, die Pommersche Ev. Kirche, die Ev. Kirche der Kirchenprovinz Sachsen, die Ev.-luth. Landeskirche Sachsens, die Ev.-luth. Kirche in Thüringen sowie die Ev. Landeskirche in Württemberg. Die gemeinsame Auftaktveranstaltung fand am 12./13. Februar 2004 im Burckhardt e.V., Gelnhausen, statt.
